Das neue Kollisionswarnsystem von Caterpillar warnt nicht nur den Fahrer, sondern greift im Ernstfall selbst aktiv ins Fahrgeschehen ein. Möglich macht dies ein intelligentes Zusammenspiel aus Radar, Kamera, Bremssystem und Fahrerassistenz.
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit in der Rückverladung oder beim Materialumschlag reicht – und schon ist der Unfall passiert. Genau hier setzt Caterpillar mit dem neuen Kollisionswarnsystem für den Cat Radlader 966 XE an. Doch die integrierten und nachrüstbaren Sicherheitsfeatures gehen über klassische Warnsysteme hinaus, denn der Radlader erkennt nicht nur gefährliche Rückwärtskollisionen, sondern dank automatischem Bremseingriff kann er sie auch verhindern.
Farblich gekennzeichnete Warnzonen
Herzstück ist die Radar-Objekterkennung (Cat Object Detection), die den Gefahrenbereich hinter der Maschine permanent überwacht. Ergänzt wird sie durch Stroboskoplichter, die wiederum das Umfeld zusätzlich warnen. Hinzu kommt die Personenerkennung über eine intelligente Kamera (Cat Rear People Detection). Sie erfasst Personen im hinteren Arbeitsbereich und markiert diese direkt im Fahrerdisplay. Drei farblich gekennzeichnete Warnzonen – Gelb für Aufmerksamkeit, Orange für Vorsicht und Rot für kritische Situationen – sind abhängig von der Fahrgeschwindigkeit und passen sich dynamisch an die Entfernung der Person zur Maschine an und werden auf dem Monitor in der Kabine hervorgehoben.
Eine weitere Stufe ist das Cat Collision Mitigation System (CMS). Bei erkannter Kollisionsgefahr während der Rückwärtsfahrt erfolgt ein automatischer Bremseingriff. Dabei arbeitet das System nicht mit einer Zusatzbremse, sondern nutzt das vorhandene elektrohydraulische Betriebsbremssystem. Die CMS-Erkennungszonen sind in Länge, Breite und Neigung sowie in der Fahrtrichtung dynamisch und damit vom Bremsweg abhängig. Bei langsamer Fahrt ist es möglich, auf wenige Zentimeter an Objekte heranzufahren oder an ihnen entlangzufahren.
Sicherheitsrelevante Ereignisse werden dokumentiert
Besonders kritisch wird es, wenn sich Personen einem Radlader im Stillstand nähern und die Maschine rückwärts anfährt. Für diesen Fall wurde das Anfahrstoppsystem Cat Motion Inhibit entwickelt. Befindet sich der Radlader mindestens 15 Sekunden im Stillstand und der Fahrer schaltet von der Neutralstellung in den Rückwärtsgang, verhindert Motion Inhibit das Einlegen des Rückwärtsgangs und legt die Bremse an, sofern das Erkennungssystem eine Person oder ein Objekt im kritischen Warnbereich feststellt.
Sämtliche sicherheitsrelevanten Ereignisse werden digital dokumentiert und an Vision Link übertragen – darunter Warnmeldungen, Motion-Inhibit-Eingriffe und automatische Bremsvorgänge. Das System lässt sich bei Bedarf temporär über eine Operator-Override-Taste unterdrücken, womit Motion Inhibit- und Bremseingriff deaktiviert werden. Lässt der Fahrer die Taste los, ist das System sofort wieder aktiv. Da dabei jedoch dauerhaft die rechte Hand gebunden ist, bleibt produktives Arbeiten nur eingeschränkt möglich – ein bewusst gesetzter Sicherheitsmechanismus.
Wer den Fahrer komplett aus der Gefahrenzone bringen will, kann die Fernsteuerung Cat Command installieren. Der Bediener kann dann mit einer Steuerkonsole in bis zu 400 Metern Entfernung arbeiten. Oder es wird die Cat Command Station gewählt, die entweder für den Einsatz in Sichtverbindung oder auch für Anwendungen ohne Sichtverbindung für sicheres Arbeiten mit dem Cat Radlader 966 XE sorgt. Dabei reagiert der Radlader in Echtzeit auf die Steuerbefehle wie Start und Stopp, Füllen und Entleeren der Schaufel sowie Heben und Senken des Hubgerüsts.