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KI statt Kladde und Checkliste

  • August 13, 2026

Arbeitssicherheit mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) zu verbessern – dafür stellt Secova für sein EHS-Softwaresystem mit AI@sam jetzt erste Lösungen bereit. KI kann dabei zusammenfassen, Hinweise geben, bei Entscheidungen unterstützen und so die Anwender entlasten, ohne deren Fachkompetenz zu ersetzen.

Bei einer Begehung kann KI die Abläufe zielführend unterstützen und somit enorm erleichtern. // Foto: Secova - generiert mit Adobe Firefly

Ziel des praxisnahen Ansatzes ist es, Mitarbeitende im Alltag konkret zu unterstützen. Dadurch werden etwa beim neuen Modul für mobile Begehungen viele Abläufe von der Planung bis zur Protokollierung deutlich effizienter. Und das ebenfalls neue Last Minute Risk Assessment (LMRA)-Modul kann so noch besser vor unmittelbaren Risiken oder gefährlicher Nachlässigkeit im Alltag bewahren.

Begehungen gehören zum Alltag im Arbeitsschutz. Sie zeigen, ob Regeln wirken und machen sichtbar, wo Gefährdungen entstehen oder bereits vorhanden sind. Doch sind sie kein freiwilliger Rundgang, sondern bilden einen logischen und verpflichtenden Teil der Gefährdungsbeurteilung.

Begehungen laufen oft noch sehr klassisch ab
Vielfach laufen Begehungen aber noch sehr klassisch ab: Eine Fachkraft nimmt Kladde, Checkliste und Stift mit, anschließend wandern ihre Notizen, Eindrücke und eventuell Fotos ins Büro. Dort wartet jedoch zumeist die eigentliche, aufwendigere Arbeit.

Denn eine gute Begehung endet nicht etwa am Werkstor. Sie benötigt bereits eine klare Vorbereitung, anschließend eine saubere Dokumentation und verbindliche Nachverfolgung. Wer war dabei? Welcher Bereich wurde geprüft? Welche Gefährdung wurde erkannt? Welche Maßnahme folgt daraus? Wer erledigt sie bis wann? Und wie wird später geprüft, ob sie wirkt?

Genau hier zeigt sich der Aufwand. Papier ist geduldig, aber selten effizient: Schwer lesbare Notizen, fehlende Fotos an passenden Stellen im Protokoll und Maßnahmen, die in persönlichen Aufgabenheften, E-Mails oder Excel-Listen landen. Fristen geraten aus dem Blick, Verantwortliche wechseln und am Ende weiß niemand sicher, ob eine Abweichung wirklich behoben wurde.

Eine Begehung muss viele Faktoren erfassen
Dabei steigen die Anforderungen. Unternehmen arbeiten mit komplexen Anlagen, mehreren Standorten und vielen Fremdfirmen. Auf Baustellen wechseln Gewerke, Wege und Gefahren fast täglich. In Produktionsstätten treffen Maschinen, Gefahrstoffe, Verkehrswege, Lärm, Ergonomie und Brandschutz aufeinander. Eine Begehung muss diese Faktoren erfassen, ohne den Betrieb unnötig zu stören.

Neben der Mängelerfassung sollen Begehungen aber auch Risiken bewerten, Beschäftigte einbeziehen und zeigen, ob Schutzmaßnahmen passen. Gute Beobachter fragen nach, schauen genau hin und vergleichen die gelebte Praxis mit der Gefährdungsbeurteilung. So entsteht ein realistisches Bild der Arbeit vor Ort.

Vorbereitende Planung am Rechner
Die klassische Methode stößt dabei schnell an Grenzen. Ihr Kernproblem: Sie trennt den Ort der Beobachtung vom Ort der Bearbeitung. Was vor Ort auffällt, muss später übertragen werden. Das kann viel Zeit kosten, potenziell zu Übertragungsfehlern führen, die Aussagekraft schwächen und bedeuten, dass eine Gefahr länger bestehen bleibt. Bei ersten digitalen Insellösungen ersetzen Tablets oder Smartphones inzwischen Stift und Papier. Das führt bereits zu verbesserten Abläufen, doch auch hier bleibt oft eine Lücke. Die Daten liegen zwar digital vor, aber sie arbeiten noch nicht automatisch weiter.

Genau diesen Aspekt greift AI@sam nun mit seinem Modul Begehungen mithilfe von KI auf. Nach der vorbereiteten Planung am Rechner erfolgt die eigentliche Durchführung der Begehung mobil per Smartphone oder Tablet. Der Protokollant startet dazu die Sprachaufzeichnung, KI transkribiert dabei im Hintergrund bereits das Gesagte. Fotos, Skizzen oder Notizen können direkt vor Ort ergänzt werden, das System fügt sie automatisch zu den passenden Beobachtungen hinzu. KI kann anschließend bei der Zusammenfassung unterstützen und Maßnahmenvorschläge unterbreiten, Kontrolle und Bewertung bleiben jedoch am Ende beim Menschen.

Die Integration des Begehungsmoduls als Bestandteil des ganzheitlichen EHS-Lösungssystems sam bietet zahlreiche Vorteile. Zugehörig zur Gefährdungsbeurteilung, kann das Modul direkt aus dem System heraus entsprechende Maßnahmen anlegen, aber auch Zielpersonen passende Unterweisungen zuweisen. Stets ist der aktuelle Stand abrufbar: Anzahl und Übersicht aller Begehungen, dazu die entsprechenden Orte, Teilnehmende, Zusammenfassungen, abgeleitete Maßnahmen und Bearbeitungsstatus.

So könnte ein mögliches Last Minute Risk Assessment zum Thema Feuerlöscher ausschauen. // Foto: Secova

Proaktive Risiko-Betrachtung vor Tätigkeitsaufnahme
So kann die Wirksamkeit stärker in den Mittelpunkt rücken. Betriebe sehen nicht nur, dass ein Mangel erfasst wurde, sie erkennen auch, ob er wiederkehrt. Sie prüfen, ob eine Maßnahme dauerhaft hilft und können dann Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen und Betriebsanweisungen gezielter anpassen. So schließt sich der Kreis zwischen Begehung, Bewertung, Maßnahme und Prävention.

Ebenfalls neu in AI@sam ist das Last Minute Risk Assessment (LMRA). Dabei handelt es sich um eine knappe, proaktive Risiko-Betrachtung möglichst unmittelbar vor Tätigkeitsaufnahme. Und das nicht nur bei verändertem Umfeld, neuem Aufgabenbereich oder zusätzlicher Gefährdung.

Eine kurze Reflexion auch vor anstehenden, eher „alltäglichen“ Tätigkeiten kann vor den Gefahren einer aufmerksamkeitsmindernden Routine schützen. LMRA unterstützt das für sicheres Arbeiten förderliche „H-D-H-Prinzip (Halten – Denken – Handeln)“ – so wird Risikokompetenz nachhaltig gefördert. Mit AI@sam gelangt KI direkt in den betrieblichen Alltag – als nützliches, effizientes und arbeitserleichterndes Werkzeug. Es unterstützt ihn dabei, sein Bewusstsein zu stärken und sein Risiko zu mindern. Seine Sicherheit ist und bleibt im Mittelpunkt. Verantwortlich dafür kann nie die Technik allein sein. Entscheidend ist vielmehr, dass Unternehmen und Mitarbeitende erkannte Gefährdungen ernst nehmen und Maßnahmen wirksam umsetzen. Mit der Unterstützung von KI können Lösungen wie
AI@sam dabei helfen, diesen Anspruch im Alltag einzulösen. Sie machen aus Begehungen und LRMAs einen lernenden Prozess. Und genau das braucht moderner Arbeitsschutz.

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