Arbeiten an elektrischen Anlagen gehören für viele Elektrofachkräfte zum Alltag. Gerade diese Routine kann jedoch zum Risiko werden, erinnert Dehn. Werden ähnliche Tätigkeiten regelmäßig ausgeführt, sinkt häufig die Aufmerksamkeit für potenzielle Gefahren.
Zeitdruck, vertraute Arbeitsumgebungen oder vergleichbare Anlagenstrukturen können dazu führen, dass einzelne Arbeitsschritte unbewusst verkürzt oder Situationen falsch eingeschätzt werden. Besonders kritisch wird dies, wenn Anlagen verwechselt oder Spannungszustände fehlerhaft beurteilt werden. Trotz etablierter Sicherheitsregeln gehören Fehlhandlungen weiterhin zu den Ursachen schwerer Stromunfälle. Die Herausforderung besteht deshalb nicht nur darin, technische Gefährdungen zu beherrschen, sondern auch menschliche Fehler möglichst frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Digitale Assistenzsysteme gewinnen vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung. Sie ersetzen keine Sicherheitsregeln und keine fachliche Qualifikation, können jedoch zusätzliche Informationen bereitstellen und damit die Situationswahrnehmung verbessern.
Der elektrische Felddetektor Dehnsense EFD erkennt beispielsweise elektrische Wechselfelder kontaktlos und warnt den Anwender bereits bei der Annäherung an spannungsführende Anlagenteile. Die Warnung erfolgt optisch über LEDs, akustisch und über Vibrationen. Dadurch entsteht eine zusätzliche Wahrnehmungsebene, die insbesondere in lauten, unübersichtlichen oder wechselnden Arbeitsumgebungen hilfreich sein kann.
Der Vorteil solcher Systeme liegt darin, dass sie potenzielle Gefahren sichtbar machen, bevor ein direkter Kontakt mit spannungsführenden Anlagenteilen möglich ist. Gerade bei wiederkehrenden Tätigkeiten oder in Anlagen mit ähnlichen Strukturen kann dies dazu beitragen, Verwechslungen frühzeitig zu erkennen und kritische Situationen zu vermeiden. Der Anwender erhält zusätzliche Informationen über seinen Arbeitsbereich und wird aktiv auf mögliche Gefahren hingewiesen.
Vernetzte Sicherheit im Arbeitsalltag
Besonders effektiv wird die Technologie durch die digitale Vernetzung. Über die Dehnwork App lassen sich anlagenspezifische Profile erstellen, verwalten und den jeweiligen Einsatzbereichen zuordnen. Die Warnschwellen des Dehnsense EFD können an unterschiedliche Spannungsbereiche angepasst werden. Dadurch erhält die Elektrofachkraft eine auf die jeweilige Anlage abgestimmte Warnung und wird nicht durch unnötige Fehlalarme belastet.
Die eigentliche Stärke digitaler Assistenzsysteme liegt dabei nicht allein in der Warnfunktion. Individuelle Einstellungen können zentral vorbereitet und am Einsatzort aktiviert werden. Anlagenprofile, Geräteeinstellungen und Wartungsinformationen lassen sich digital verwalten und verschiedenen Einsatzorten zuordnen. So entsteht ein durchgängiger Informationsfluss zwischen Arbeitsvorbereitung und praktischem Einsatz vor Ort.
Die Digitalisierung unterstützt damit nicht nur die einzelne Elektrofachkraft, sondern auch organisatorische Prozesse im Arbeitsschutz. Informationen stehen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden, und können gezielt für unterschiedliche Anwendungsfälle genutzt werden.
Digitalisierung als zusätzliche Schutzebene
Wichtig bleibt: Digitale Gefahrenwarner ersetzen keine vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen. Sie dienen als zusätzliche Schutzebene und unterstützen Elektrofachkräfte bei der Einhaltung etablierter Sicherheitsregeln. Die Verantwortung für sicheres Arbeiten bleibt weiter bei den handelnden Personen und den bestehenden organisatorischen und technischen Schutzmaßnahmen.