Im rheinland-pfälzischen Mayen wurden zum Jahresausklang nach einem spannenden finalen Wettkampf noch die drei Bundessieger der Deutschen Meisterschaft „German Craft Skills“ im Dachdeckerhandwerk 2025 gekürt.
Eine Landessiegerin und zwölf Landessieger kamen in Mayen zusammen und meisterten dort eine Kür- und zwei Pflichtaufgaben in den Bereichen Dachdeckung, Abdichtung und Fassade. Austragungsort und Gastgeber war das Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks (BBZ).
Den Sieg und damit den Titel als Bundessieger 2025 mit 170 von 200 Punkten eroberte der hessische Landessieger Kevin Schreijer. Auf den Plätzen zwei und drei mussten sich der Landessieger Nordrhein-Westfalen Tom Rodenbäck (168,93 Punkte) und Jonas Christiansen (165,71), Landessieger Schleswig-Holstein, knapp geschlagen geben. Schreijer und Rodenbäck sind als erster und zweiter Bundessieger automatisch für die 30. IFD-Weltmeisterschaft junger Dach-
decker*innen im Jahr 2027 qualifiziert.
Am ersten Wettbewerbstag demonstrierten die Nachwuchstalente in der Hauptarbeitsprobe bereits erstaunliches Können. Am zweiten Wettbewerbstag waren noch jeweils zwei weitere Arbeitsproben nach Vorgabe der Bundesbewertungskommission anzufertigen.
Arbeitsprobe Dachabdichtung (bei Hauptarbeitsprobe Dachdeckung): Hier musste eine Dachabdichtung mit Innen- und Außenecken einer vorgegebenen Dachfläche mit einer Dachabdichtung aus EVA-Dachbahnen ausgeführt werden.
Arbeitsprobe Dachdeckung (bei Hauptarbeitsprobe Abdichtung): Bei dieser Arbeitsprobe sollte eine Pultdachfläche in Deutscher Deckung mit Schiefer als Linksdeckung erfolgen. Bei der Deckung der Traufe war die Vorgabe, diese eingebunden mit Fuß- und Gebindesteinen auszuführen. Zudem sollte an einer geeigneten Stelle ein Sicherheitsdachhaken eingebaut werden.
Gegenarbeitsprobe für alle: Hier musste eine vorgegebene seitliche Wandfläche eines Schornsteinkopfes als Doppeldeckung mit Faserzementplatten eingedeckt werden, wobei die Deckung auf einer Schalung aus Vollholz erfolgte.
Jan Voges, Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) betonte in seinem Grußwort: „Ihr seid die Generation, die Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Handwerk zusammenbringt. Die nicht fragt, was früher war, sondern wissen will: Wie machen wir es morgen? Und genau das brauchen wir.“ Voges ermunterte die jungen Menschen, mutig zu sein, aber auch sich selbst treu zu bleiben.
Staatssekretärin Bettina Brück aus dem Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz zeigte sich sehr angetan von den Fertigkeiten der jungen Leute und von ihrer Begeisterung für das Dachdeckerhandwerk. Sie hob auch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten in Rheinland-Pfalz hervor: „Die Berufsschulen, die Ausbildungsbetriebe, die überbetrieblichen Ausbildungsstätten, das BBZ, die Handwerkskammern: Sie alle arbeiten Hand in Hand und zeigen, wie stark das duale System ist.“ Kurt Krautscheid, Präsident der Koblenzer Handwerkskammer, zeigte sich angetan von den seit Jahren steigenden Ausbildungszahlen im Dachdeckerhandwerk und dass 2025 ein Höchststand erreicht worden sei. Johannes Lauer, Landesinnungsmeister des Landesverbands Rheinland-Pfalz, nannte die Landessieger „das Aushängeschild des Ausbildungsstandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks“.