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Sicherheit auf dem Dach ganzheitlich denken

  • Februar 4, 2026

Warum Betreiberpflichten weiter gehen, als viele Gebäudeverantwortliche vermuten, und wie der Dach-Pflichten-Check des niederrheinischen Unternehmens ABS Safety hier neue Maßstäbe setzt.

Beim Dach-Pflichten-Check begeht der Kunde mit seinem persönlichen Ansprechpartner das Dach und erhält vor Ort eine fachgerechte Einweisung. // Foto: ABS Safety

Das Dach ist ein komplexer Arbeits- und Gefahrenraum. Dachflächen werden in der Praxis häufig auf ihre Funktion als Gebäudeabschluss reduziert. Aus Sicht des Arbeitsschutzes greift dies jedoch zu kurz. Moderne Dächer sind hochkomplexe Arbeitsbereiche, in denen zahlreiche technische Anlagen installiert sind, die regelmäßig gewartet werden müssen: Klima- und Lüftungstechnik, Photovoltaik-Anlagen, Blitzschutzsysteme, Antennen- und Funkanlagen, Dachbegrünung oder Lichtkuppeln gehören längst zum Standard.

Dach als Arbeitsort birgt Gefährdungspotential
Damit ist das Dach nicht nur ein Bauteil, sondern ein regelmäßiger Arbeitsort und birgt dabei erhebliches Gefährdungspotenzial. Genau hier setzt ABS Safety an: Sicherheit auf dem Dach darf nicht punktuell gedacht werden, sondern muss ganzheitlich erfolgen.

Zur ganzheitlichen Betrachtung zählen neben der fachgerechten Planung und ordnungsgemäßen Montage von Absturzsicherungen insbesondere auch die sichere Anwendung durch unterwiesene Personen, die regelmäßige Wartung und Prüfung aller sicherheitsrelevanten Systeme sowie die Organisation und Steuerung aller Tätigkeiten auf der Dachfläche.

Betreiberpflichten enden nicht bei Technik und Wartung
Viele Gebäudebetreiber haben diese Punkte bereits auf dem Radar und setzen sie – zumindest teilweise – um. Was jedoch häufig unterschätzt wird: Die Betreiberpflichten enden nicht bei Technik und Wartung. Sie umfassen ein deutlich breiteres organisatorisches und rechtliches Verantwortungsfeld.

Hier entsteht in der Praxis eine gefährliche Lücke zwischen gutem Willen, technischer Ausstattung und tatsächlicher Rechtssicherheit. Genau diese Lücke möchte ABS Safety mit einem neuen Serviceprodukt schließen: dem ABS Dach-Pflichten-Check.

Denn die zentrale Frage, die sich Gebäudebetreiber immer wieder stellen müssen, lautet: Wie kann ich rechtskonform sicherstellen, dass eigene Mitarbeitende und externe Firmen sicher auf dem Dach arbeiten können?

Doch was muss bei der Nutzung der Dachfläche alles beachtet werden? Die rechtlichen Betreiberpflichten ergeben sich aus verschiedenen Gesetzen, Verordnungen und Regelwerken, unter anderem dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie den Unfallverhütungsvorschriften der DGUV. Im Paragrafen-Dschungel kann man da schon mal leicht den Überblick verlieren. Im Kern geht es aber immer um eines: Gefahren erkennen, Risiken minimieren, Sicherheit organisieren und Personen vor Schaden bewahren.

Der Dach-Pflichten-Check betrachtet das Dach nicht isoliert, sondern als organisiertes Gesamtsystem aus Technik, Mensch und Verantwortung. // Fotos (3): ABS Safety

Gefährdungen bewerten – die Grundlage aller Maßnahmen
Vor jeglicher Arbeit auf dem Dach müssen alle potenziellen Gefährdungen systematisch ermittelt und bewertet werden. Dazu zählen die auf den ersten Blick offensichtlichen Gefahren, wie Absturzgefahren an Dachkanten oder Durchbrüche. Aber auch z. B. Durchsturzrisiken an Lichtkuppeln, Witterungseinflüsse wie Wind, Nässe oder Hitze oder elektrische Gefährdungen, z. B. durch PV-Anlagen.

Diese Bewertung erfolgt im Rahmen einer schriftlich dokumentierten Gefährdungsbeurteilung gemäß § 5 ArbSchG. Sie ist kein einmaliges Dokument, sondern muss regelmäßig überprüft und angepasst werden, z. B.  bei Änderungen, wie neuen Anlagen oder geänderten Arbeitsabläufen.

Zugänge sichern – Kontrolle beginnt vor dem Betreten
Ein oft unterschätzter Punkt: Nicht jeder darf das Dach betreten. Dächer dürfen ausschließlich von befugten und unterwiesenen Personen genutzt werden. Daraus ergeben sich klare Anforderungen an die Zugangsorganisation, wie sichere Verkehrswege zum Dach, rutschhemmende Aufstiege und Durchstiege, als auch verschließbare Zugänge zur Vermeidung unbefugten Zutritts. Der Betreiber trägt die Verantwortung dafür, dass bereits der Weg auf das Dach sicher gestaltet und kontrollierbar ist.

Werden die Betreiberpflichten nicht vollständig erfüllt, muss die Dachfläche gesperrt werden. // Grafik: ABS Safety

Schutzmaßnahmen umsetzen – Technik folgt der Bewertung
Auf Basis der Gefährdungsbeurteilung sind geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen. Diese können je nach Dachtyp und Nutzung sehr unterschiedlich ausfallen. Typische Beispiele sind:

  • Geländer als permanente Dachkantensicherung
  • Anschlageinrichtungen zur Nutzung mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA)
  • Sicherungsnetze oder Abdeckungen für Lichtkuppeln
  • Absperrungen von Gefahrenbereichen
  • Ein Rettungskonzept für den Ernstfall

Wichtig: Schutzmaßnahmen müssen nicht nur vorhanden, sondern auch funktionsfähig, geprüft und richtig angewendet werden.

Verantwortung bleibt beim Betreiber
Ob Wartung, Reparatur oder Installation: In vielen Fällen arbeiten externe Dienstleister auf dem Dach. Die Verantwortung dafür trägt jedoch weiterhin der Gebäudebetreiber. Dazu gehört insbesondere die Auswahlverantwortung. Das bedeutet, der Betreiber muss die fachliche Eignung externer Firmen prüfen und sicherstellen. Ebenso besteht eine Einweisungspflicht, so muss er z. B. auf objektspezifische Gefahren hinweisen und die Nutzung vorhandener Infrastruktur erklären. Wenn mehrere Firmen gleichzeitig auf der Dachfläche tätig sind, besteht zudem noch eine Koordinationspflicht seitens des Betreibers. Gerade bei diesen Punkten entstehen in der Praxis häufig Haftungsrisiken, etwa durch unklare Zuständigkeiten, Unwissenheit oder fehlende Abstimmung.

Kontrolle und Dokumentation – Sicherheit muss nachweisbar sein
Betreiberpflichten enden auch nicht mit der Bereitstellung von Maßnahmen. Ebenso wichtig sind z. B. die regelmäßige Kontrolle der Einhaltung von Schutzmaßnahmen, das Eingreifen bei Gefahrensituationen durch das Weisungsrecht und das konsequente Nachgehen bei Fehlverhalten. Ein ebenso wichtiger, zum Teil auch mühseliger Punkt, sind die Dokumentation von Unterweisungen, Prüfungen und Wartungen. Denn im Ernstfall zählt nicht nur, was umgesetzt wurde, sondern auch, was nachweislich organisiert und kontrolliert wurde.

Komplexität trifft Verantwortung
Die Verantwortung von Gebäudebetreibern endet nicht mit dem Zutritt zum Dach. Sie umfasst die vollständige Verkehrssicherungspflicht, die Organisation von Wartungszyklen, das Erkennen neuer Gefährdungen und die kontinuierliche Einhaltung rechtlicher Vorgaben.

In der Praxis bedeutet das:

  • Rechtssicherheit aktiv organisieren
  • Unterschiedliche Gewerke und Personen koordinieren
  • Sicherheitssysteme instand halten und dokumentieren
  • Im Notfall schnell und richtig reagieren können

Diese Komplexität stellt viele Betreiber vor große organisatorische und rechtliche Herausforderungen. Insbesondere dann, wenn keine interne Fachkompetenz im Bereich Absturzsicherung vorhanden ist.

Das Dach ist heute immer häufiger ein komplexer Arbeits- und damit auch Gefahrenraum.

Der ABS Dach-Pflichten-Check
Genau an diesem Punkt setzt das neue Serviceprodukt von ABS Safety an: der ABS Dach-Pflichten-Check. Ziel des Services ist es, Betreiber und Sicherheitsverantwortliche von Beginn an dabei zu unterstützen, ihre Betreiberpflichten systematisch, nachvollziehbar und rechtssicher zu erfüllen.

Der ABS Dach-Pflichten-Check betrachtet das Dach nicht isoliert, sondern als organisiertes Gesamtsystem aus Technik, Mensch und Verantwortung und stellt damit sicher, dass rechtskonform gehandelt wird. Im Rahmen des Checks werden unter anderem die vorhandene Dachinfrastruktur analysiert, Gefährdungen bewertet und dokumentiert, organisatorische Prozesse geprüft, rechtliche Anforderungen eingeordnet und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Das Ergebnis ist eine klare Übersicht darüber, wo Betreiber bereits gut aufgestellt sind und wo Handlungsbedarf besteht. Im Fokus steht dabei, dass das Ergebnis besonders leicht verständlich, praxisnah und umsetzungsorientiert ist.

Gleichzeitig sorgt der ABS Dach-Pflichten-Check für eines der wichtigsten Ziele im Arbeitsschutz: mehr Sicherheit für alle Personen, die auf dem Dach arbeiten, egal ob eigene Mitarbeitende oder externe Fachfirmen.

Thomas Reykers

… ist Referent für Unternehmens- und Markenkommunikation bei ABS Safety. In dieser Funktion beschäftigt er sich intensiv mit den Anforderungen an eine sichere, zukunftsfähige Dachnutzung. Durch die enge Zusammenarbeit mit Technik, Produktentwicklung und Praxisanwendern übersetzt er komplexe normative und sicherheitstechnische Inhalte in verständliche, praxisnahe Konzepte für Gebäudebetreiber, Planer und Fachhandwerk. Sein Fokus liegt darauf, Betreiberpflichten ganzheitlich zu betrachten und Sicherheitslösungen nicht isoliert, sondern als integralen Bestandteil moderner Gebäude- und Dachkonzepte zu vermitteln.

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