Mit völlig neuen Formaten will die Leitmesse Dach+Holz International vom 24. bis zum 27. Februar in Köln nicht nur das Handwerk informieren, sondern insbesondere junge Menschen für das Dachdecker-, Zimmerer- und Klempnerhandwerk begeistern.
Mehr als 500 Aussteller aus der gesamten Branche nutzen die Plattform, um ihre neuesten Entwicklungen zu präsentieren. Das Spektrum reicht von intelligenten Werkzeugsystemen über nachhaltige Baumaterialien bis zu digitalen Planungstools. Besonders die vergrößerte „Start-up & Innovationen Area“ bietet spannende Einblicke: Junge Unternehmen zeigen innovative Ansätze, die Bauprozesse sicherer, effizienter und wirtschaftlicher machen.
Mit der Nachwuchskampagne „Dachdecker Dein Beruf“ können junge Messebesucher genau das herausfinden. VR-Brillen ermöglichen virtuelle Rundgänge über die Dächer des Kölner Doms – inklusive spannender Hintergrundinformationen zur Entwässerung und anderen technischen Details des berühmten Bauwerks. Zusätzlich bieten interaktive 360-Grad-Videos Einblicke in verschiedene Arbeitsfelder wie Gründach-Installation, Photovoltaik-Montage oder energetische Sanierung. Wer nach dem virtuellen Höhenflug Lust auf Geschwindigkeit hat, ist in der Racing-Area genau richtig: Zwei professionelle Rennsimulatoren laden zum direkten Duell ein. Mit dem digitalen DDB-Rennwagen kann man gegeneinander antreten und attraktive Preise gewinnen.
Sicheres Arbeiten auf dem Dach
Aber auch die bewährten Branchenspezialisten stellen ihre Produkte und Leistungsfähigkeit vor. So ist für LUX-top seit mehr als 25 Jahren die Dach+Holz International fester Bestandteil des Messekalenders. In diesem Jahr steht bei dem Spezialisten aus Luxemburg in Halle 8, Stand 313 die Praxis im Mittelpunkt – mit Systemen, die sich unkompliziert montieren lassen und die Arbeit in absturzgefährdeten Bereichen sicherer machen. „Unsere Produkte entstehen immer mit Blick auf den Anwender“, erklärt Geschäftsführer Christian Steinmetz. „Wir möchten, dass das Arbeiten auf dem Dach so sicher wie möglich ist, ohne die Abläufe zu erschweren.“
Die Leitthemen der Messe „Green Building, Gebäudehülle und konstruktiver Holzbau” spiegeln sich auch im Messeauftritt von LUX-top wider. Besonders das Seitenschutzsystem G-T HA Green zeigt, wie Sicherheit und Nachhaltigkeit miteinander verbunden werden können. Neben den Lösungen für Gründächer präsentiert das Unternehmen auf der Messe auch Systeme für Photovoltaikanlagen – ein Bereich, der im Zuge der Energiewende weiter an Bedeutung gewinnt. Mit der neuen Durchsturzsicherung Dome-Light-Protection (DLP) hat LUX-top ein anschauliches Einbaubeispiel im Gepäck, das die Kombination aus Tageslichtnutzung und Absturzsicherung live erlebbar macht.
Anwenderkomfort und Effizienz
Mehr Anwenderkomfort, mehr Effizienz und mehr Sicherheit – so lauten die Anforderungen, die das multinationale Unternehmen Rothoblaas an die Entwicklung neuer Produkte sowie die Weiterentwicklung bereits bewährter Produkte stellt, die auf der Messe in Halle 9, Stand 317 präsentiert werden. Im Fokus stehen die Schrauben HBS Plate und VGS Plate und das Sortiment zur Arbeits sicherheit, insbesondere der neue Schutzhelm Hero.
Die Schraube HBS Plate ist ideal für Stahl-Holz-Verbindungen. Der stärkere Kerndurchmesser erhöht gegenüber der vorherigen Generation die Festigkeit um 15 Prozent. Die speziell entwickelte Kopfform der VGS Plate ist mit den von Rothoblaas angebotenen Transport- und Hebesystemen kompatibel. Im Gegensatz zu herkömmlichen Einweglösungen kann die Schraube mehrmals verwendet werden.
Der neue Helm Hero ist nach EN, ANSI, AS/NZS zertifiziert. Der Helm ist vergleichsweise leicht, die Größe lässt sich mit einem Stellrad anpassen, zudem ist er mit einem Belüftungssystem ausgestattet und wird optional mit Gehörschutz, Licht und Sonnenschutz angeboten. Das vom Sportklettern inspirierte Design, die breite Farbpalette und der mit Logo individualisierbare Helm schaffen eine hohe Wiedererkennung.
Fortschrittlicher Kopfschutz
Erstmals am Start bei der Dach+Holz ist der italienische Helmhersteller Kask. In Halle 9, Stand 524 haben Besucher die Möglichkeit, das gesamte Sortiment an Kask-Sicherheitshelmen kennenzulernen, bestehend aus den Kollektionen Superplasma, Primero, Zenith X und Quantum. Im Mittelpunkt steht dabei die Primero-Serie, das Ergebnis von mehr als
20 Jahren Innovationsarbeit von Kask im Helmdesign. Der Primero-Helm bietet fortschrittlichen Kopfschutz, der sich durch einfache Handhabung auszeichnet und für eine Vielzahl von Anwendern sowie Einsatzbereichen geeignet ist. Die Primero-Serie ist sowohl mit belüfteter Schale als auch mit geschlossener Schale erhältlich und steht in unterschiedlichen Farbvarianten zur Verfügung – einschließlich Hi-Viz Fluo.
Wie alle Kask-Helme verfügt auch Primero über Designelemente, die das Trageerlebnis verbessern. Integrierte Steckplätze ermöglichen die Montage von Zubehör für Augen-, Gesichts-, Gehör- und Wetterschutz, während ein Befestigungspunkt an der Vorderseite eine erweiterte Personalisierung sowie die unkomplizierte Integration von Zubehör wie Ausweishaltern oder Lampen erlaubt.
Gefahr Weißer Hautkrebs
Ebenfalls Premiere auf der Dach+Holz feiert in Halle 9, Stand 425 der Hautschutzhersteller Peter Greven Physioderm (PGP), denn kaum eine Berufsgruppe ist so gefährdet, an weißem Hautkrebs zu erkranken wie Dachdecker. Einer Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung zufolge, in der die jährliche UV-Strahlenbelastung unterschiedlicher Berufsgruppen gemessen wurde, rangieren gleich drei Berufe mit Bezug zum Dach unter den Top 10: die Dach- und Fassadenbauer landeten auf dem dritten Platz vor den Zimmerern auf Platz 5 und den Dachdeckern auf dem achten Rang. „Die Dach+Holz ist für uns ein wichtiges Forum, um auf die Bedeutung des dermalen UV-Schutzes hinzuweisen“, sagt Martin Küpper, der bei PGP den Vertrieb Inland leitet.
Beim UV-Schutz gilt, wie im Arbeitsschutz grundsätzlich, das TOP-Prinzip. Es müssen also zunächst technische, dann organisatorische und schließlich persönliche Maßnahmen ergriffen werden. Spätestens ab einem UV-Schutz-Index von 8 sind gemäß der im August 2025 verschärften Technischen Regeln für Arbeitsstätten persönliche Schutzmaßnahmen „zwingend erforderlich“. Und dazu gehören immer auch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln, die besonders auf die neuralgischen Körperstellen wie Nase, Ohren, Unterlippe, Nacken oder Hände aufgetragen werden. Bereits im Frühling sollten Dachdecker regelmäßig professionelle Mittel für den beruflichen Einsatz verwenden. Denn allein auf die Monate April und Mai entfällt ein Viertel der jährlichen UV-Bestrahlung.
PGP bietet für sämtliche Einsatzgebiete die richtige Lösung. Eine ist beispielsweise die parfüm- und duftstofffreie Sonnenschutzcreme Physio UV 50 Plus, die sehr hohen Sonnenschutz auch unter extremen Bedingungen wie Nässe und Hitze bietet. Die Creme ist extra wasserfest und muss somit nicht gleich wieder neu aufgetragen werden, wenn der Anwender schwitzt.
Sicher und ergonomisch in die Höhe
Der Schwerpunkt des Messeauftritts der Hymer-Steigtechnik in Halle 8, Stand 604 liegt auf Systemen für sichere Zugänge und Absturzsicherung: die modularen Hyghts-Geländersysteme, Steigleitern für dauerhafte Zugänge sowie praxisorientierte Serienleitern für den handwerklichen Einsatz. „Ob Arbeiten auf, am oder unter dem Dach – unsere Kunden suchen nach Lösungen, die das Arbeiten in der Höhe sicher und gleichzeitig ergonomisch machen“, erklärt Christian Frei, Vertriebsleiter Steigtechnik bei Hymer-Leichtmetallbau.
Die modularen Hyghts-Systeme wurden speziell für Flachdächer entwickelt. Das System basiert auf einem modularen Baukastenkonzept: Verstellbare Pfosten gleichen Dachneigungen zwischen -5 Grad und +30 Grad aus, sind bis 200 mm in der Höhe verstellbar und Ausleger in verschiedenen Längen ermöglichen eine Anpassung an individuelle Gegebenheiten oder Störkonturen. Die 12,5 kg leichten Ballaste aus recycelbarem Kunststoff sind stapelbar und erleichtern Transport und Positionierung. Vormontierte Baugruppen und ein Klicksystem erlauben eine extrem schnelle Montage ohne Eingriff in die Dachstruktur.
Für den mobilen Einsatz auf Baustellen oder in Gebäuden bietet Hymer-Steigtechnik praxisorientierte Serienleitern. Die Teleskopleiter 4142 beispielsweise besitzt klappbare, transportoptimierte Ausleger, die auch auf engem Raum sicheren Stand gewährleisten. Sie ist in 280 mm-Schritten höhenverstellbar und lässt sich flexibel, etwa in Treppenstellung, einsetzen. Aber auch weitere Leitern oder der Online-Konfigurator lassen sich am Messestand der Allgäuer unter die Lupe nehmen.
Doch nicht nur Hersteller, Dienstleister oder Verbände können auf der Messe besucht werden, es gewähren beispielsweise auch Nationalteams live Einblicke. So können Besucher in Halle 9, Stand 312 die Zimmerer-Nationalmannschaft bei ihrer Vorbereitung auf die World Skills 2026 in Shanghai beobachten. Vom ersten bis zum letzten Messetag arbeitet das Team an einer anspruchsvollen Aufgabe, die alle Facetten des modernen Holzbaus abdeckt. Die Teamleitung und Trainer stehen für Fragen zur Verfügung und geben Einblicke in die Welt der internationalen Berufswettbewerbe. Parallel dazu demonstriert die Dachdecker-Nationalmannschaft ihre Fähigkeiten und führt vor, wie komplexe Dachkonstruktionen, Steildacharbeiten und Metallarbeiten auf höchstem Niveau entstehen. Das öffentliche Training bietet eine einmalige Gelegenheit, Profis bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen.
Wer in noch höhere Sphären möchte, kann in Halle 8, Stand 425 ein recht außergewöhnliches Projekt bestaunen. Der österreichische Dachhandwerker Friedrich Reinbold fertigt während der gesamten Messelaufzeit live ein detailgetreues Modell des Raumschiffs Enterprise – komplett aus Titanzink. Was auf den ersten Blick wie Science-Fiction wirkt, ist in Wahrheit eine clevere Methode, um junge Menschen für das Spenglerhandwerk zu faszinieren. Reinbold, bekannt für seine innovativen Ausbildungsansätze, zeigt beim Bau des Raumschiffs alle wesentlichen Techniken des Berufs: vom präzisen Zuschneiden über das Umformen mit Spezialmaschinen bis zur traditionellen Weichlöttechnik.