• Norman Checker

Norman Checker
Sonnenschutz

  • April 29, 2026
Warum Sonnenschutz kein „Luxus“ ist

Servus, ich bin Norman Checker, der Normen- und Richtlinien-Checker. Heute gebe ich für euch Leserinnen und Leser von Arbeitsschutz – aber sicher! die Ultra-Tipps für Schutzmaßnahmen vor ultravioletter Strahlung.

// Foto: SZwei Verlag

Die Sonne gehört für Menschen, die im Freien arbeiten, einfach zum Job – und nach dem langen Winter fühlt sie sich oft besonders gut an. Doch eines ist klar: UV-Strahlung ist kein harmloser Begleiter. Sie ist unsichtbar, aber wirksam – und kann Haut sowie Augen dauerhaft schädigen, selbst bei bewölktem Himmel. Neben vorzeitiger Hautalterung sind Hautkrebs und Augenschäden die schlimmsten Auswirkungen von zu viel UV-Strahlung. Inzwischen zählt weißer Hautkrebs sogar zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten im Bau- und Handwerksbereich. Sonnenschutz auf der Baustelle ist daher kein „luxuriöses Übertreiben“, sondern aktiver Gesundheitsschutz.

Wen betrifft das besonders?
Aufgrund ihrer hohen Expositionsdauer sind logischerweise vor allem Beschäftigte im Freien gefährdet. Bestimmte Materialien wie Beton, Metall oder Wasser reflektieren und verstärken die UV-Strahlung. Außerdem wirkt Hitze in der Regel auf Kreislauf und Leistungsfähigkeit belastend. Körperlich fordernde Arbeiten bei langer starker Sonneneinstrahlung sind also nicht ohne – deshalb gibt es Regeln.

Gesetzliche Vorgaben & Normen – was gilt?
In Deutschland und Europa greifen mehrere Regelwerke – hier in Kürze:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Arbeitgeber müssen Gefährdungen beurteilen und Schutzmaßnahmen ergreifen
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV): Schutz vor gesundheitsschädlicher Hitze
  • DGUV Vorschriften & Regeln: konkrete Maßnahmen gegen Hitze für Baustellen 
  • DIN EN 13758 (UV-Schutzkleidung)
  • Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR A3.5 „Raumtemperatur“): geben Orientierungswerte zu Hitze und
    Maßnahmen in Innenräumen
  • EU-Richtlinien zum Arbeitsschutz: verpflichten generell zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken

Seit etwa 20 Jahren hat sich der Fokus verändert: Während früher der Schwerpunkt verstärkt auf Unfallverhütung lag, wird heute mehr auf den Schutz vor Auslösern von langfristigen Gesundheitsrisiken wie z. B. UV-Strahlung geachtet. Die Anerkennung von Hautkrebs als Berufskrankheit (seit 2015 in Deutschland) hat diese Entwicklung beschleunigt.

Punkt für Punkt mehr UV-Wissen 

  • UV-Strahlung besteht aus UVA- und UVB-Strahlen (UVC wird von der Atmosphäre abgefangen): UVB verursacht Sonnenbrand und ist Hauptauslöser für Hautkrebs. UVA dringt tiefer in die Haut ein und
    beschleunigt Hautalterung.
  • Auch bei bewölktem Himmel sind bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung wirksam.
  • Höchste Belastung: 11–16 Uhr (Sommermonate).
  • UV-Schäden sind kumulativ – jede Exposition zählt über die Jahre.
  • Haut merkt UV-Strahlung nicht sofort → Schäden entstehen oft unbemerkt.
  • Regelmäßiger Schutz senkt das Risiko für Berufskrankheiten deutlich.

Hitze & UV: Welche Grenzwerte gelten?
Für Außenarbeitsplätze gibt es keine starren Temperatur-Grenzwerte wie im Büro (Maßnahmen ab 26 °C).
Stattdessen gilt:

  • Eine Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht.
  • Maßnahmen müssen an Temperatur, UV-Index und Belastung
    angepasst werden, z. B. zusätzliche Pausen.

Neben der Temperatur dient auch der UV-Index (UVI) als Grenzwert:

  • Ab UVI 3 sind Schutzmaßnahmen empfohlen.
  • Ab UVI 8 sind umfassende Schutzmaßnahmen notwendig.

NORMANS 4 PRAXIS-TIPPS FÜR CHECKER:

  1. Technische Maßnahmen
    • Konstruierte Schattenspender (Planen, Überdachungen, Pausenzelte)
    • Maschinenkabinen mit UV-Schutz
    • Wasserstellen zur Kühlung
  2. Organisatorische Maßnamen
    • Rotationssysteme für belastende Tätigkeiten
    • Zusätzliche Pausen bei Hitze
    • Bereitstellung von Trinkwasser
  3. Persönliche Schutzmaßnahmen (PSA)
    • UV-dichte Schutzkleidung (langärmelig): Sie kombiniert idealerweise UV-Schutz mit Atmungsaktivität. Leichte, zertifizierte Materialien reduzieren Hitzestress und bieten gleichzeitig hohen Schutz.
    • Kopfschutz mit Nackenschutz (z. B. Helm mit integriertem Nackentuch)
    • UV-Schutzbrillen (siehe auch das Norman Checker Spezial Augenschutz in Ausgabe 2/2021)
    • Sonnenschutzmittel (mind. Lichtschutzfaktor (LSF) 30), alle zwei Stunden nachcremen
  4. Arbeitszeiten & Pausen: richtig steuern
    • Bei hohen Temperaturen gilt: Früh beginnen, Mittagshitze meiden, regelmäßige Pausen im Schatten
    • Ausreichend trinken (ca. 2–3 Liter pro Tag, je nach Belastung)
    • Faustregel: Je höher die Temperatur, desto kürzer die Belastungsintervalle.

>> Quellen & Links für mehr Informationen:

  • www.baua.de
  • www.dguv.de
  • www.publikationen.dguv.de
  • www.gesetze-im-internet.de/bkv/BKV.pdf
  • www.bmas.de
  • www.who.int
  • www.ilo.org

Norman checkt das für Sie!

« zurück