• Handschutz, PSA

Das richtige Handwerkzeug erhöht die Arbeitssicherheit

  • August 14, 2025

Handwerkzeuge werden häufig unterschätzt, wenn es um Sicherheit und Verletzungsgefahren geht. Laut Statistiken der Berufsgenossenschaften erleiden jährlich tausende Menschen im deutschen Bau- und Handwerksbereich Verletzungen durch Handwerkzeuge, wobei viele davon kleinere Schnitt-, Stich- oder Quetschverletzungen sind. Für den Werkzeughersteller NWS Germany erläutert Ulrich Krumstroh Aspekte zu sicherem Handwerkzeug.

Produkte gekennzeichnet mit „Made in Germany“ erfüllen strenge Normen und Standards, welche die Langlebigkeit und die Arbeitssicherheit des Werkzeugs fördern. // Fotos (4): NWS

Oft werden „Werkzeuge“ oder „Tools“ für andere Zwecke genutzt als vorgesehen. Schraubendreher dienen dann als Hebel, Zangen oder Greifwerkzeug. Auch gehören normale Schraubendreher ohne VDE und der Inhalt von Sicherungskästen nicht zusammen. Das Öffnen von Behältnissen mit Schraubendrehern oder zu kleine Schneidewerkzeuge für das Durchtrennen von dicken Kabeln sind weitere Beispiele.

Viele beginnen ihre Arbeit ohne über Risiken nachzudenken. Sie achten nicht auf das optimale Greifen, Sägen und Schneiden, arbeiten in einer falschen Körperhaltung und riskieren so unkontrollierte Bewegungen, die das Abrutschen des Werkzeugs und somit Verletzungen begünstigen. Extrawege zum passenden Tool werden oft gescheut. Beschädigte Werkzeuge werden weiterbenutzt, defekte Schneiden, gebrochene Griffe oder beschädigte Isolierungen nicht ersetzt oder repariert.

Gummi- oder Kunststoffummantelungen an den Griffen verbessern die Griffigkeit und reduzieren das Risiko des Abrutschens.

Die passende PSA nutzen
Der sinnvolle Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), also Schutzbrillen, Handschuhen oder Gehörschutz, wird vernachlässigt. Fakt ist auch, dass sich manche Menschen für die geplante Arbeit nicht eignen und die Arbeitssicherheit unterschätzen. Für manche Arbeiten ist eine gewisse körperliche Belastbarkeit notwendig. Krankheiten wie Rheuma und bestehende Muskel- oder Sehnenverletzungen können dazu führen, dass die Anwender improvisieren und sich schneller verletzen.

Spitzenreiter mit höherem Verletzungsrisiko sind Schneidwerkzeuge (z.B. Seitenschneider, Bolzenschneider), die Schnittverletzungen an Händen oder gar Augen durch herumfliegende Späne erzeugen können. Mit Schraubendrehern können Stichverletzungen durch Abrutschen oder falsche Anwendung passieren. Verletzung mit dem Hammer wie Quetschungen, Prellungen oder sogar Brüche bei unkontrolliertem Schlagen sind hinreichend bekannt. Quetschverletzungen an Händen sind möglich bei Rohrzangen und Klempnerzangen, Presszangen und Klemmen. Je nach Größe der Handsägen variieren auch die Schnittverletzungen durch abrutschende Sägeblätter.

Elektro-Handwerkzeuge – darauf ist zu achten:

1. Qualitäts- und Sicherheitszertifikate prüfen

  • CE-Kennzeichnung
  • DE-Zertifizierung

2. Zustand des Werkzeugs regelmäßig kontrollieren

  • Isolierung
  • Stecker und Kabel
  • Schalterfunktion

3. Verwendung des richtigen Werkzeugs für die jeweilige Aufgabe

4. Arbeitsschutzmaßnahmen

  • Schutzausrüstung
  • Arbeitsumgebung
  • Strom abschalten

5. Erdung und Isolierung 

  • Verwende nur Geräte mit ordnungsgemäßer Erdung bzw. Isolierung.

6. Lagerung und Transport

  • Bewahre elektrische Werkzeuge in einem trockenen, sicheren Koffer auf.

Wichtiger Faktor Prävention
Entscheidend ist die Prävention. Viele Gefahren lassen sich leicht ausschließen. In der Regel sind die Erläuterungen auf den Werkzeugen, den Verpackungen und beiliegende Erklärungen hilfreich. Für manche Arbeiten empfiehlt sich eine vorherige Schulung. „Häufig reichen wenige Minuten zur Information und Auffrischung aus. Der geringe Aufwand dafür ist allemal besser, als wochenlang Schmerzen zu ertragen, weil man sich keine Zeit genommen hat“, sagt Michael Adam, Prokurist und Marketingleiter von NWS: „Jedes Werkzeug hat seinen genauen Zweck und es hält normalerweise lange, wenn es richtig zum Einsatz kommt und pfleglich behandelt wird. Wir achten in der Herstellung auf bestmögliches Material und verbringen bereits in der Produktentwicklung viel Zeit damit, Gefahren zu minimieren.“ Gepaart mit etwas Ruhe und Konzentration bei der Arbeit, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit kann so Arbeitsschutz funktionieren.

Ergonomisch gestaltete Werkzeuge reduzieren Ermüdung, Schmerzen und langfristig das Risiko von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Sie ermöglichen präzise Arbeiten und erhöhen die Sicherheit. Gummiummantelungen an den Griffen sind äußerst wichtig. Sie verbessern den Halt (Rutschfestigkeit), verringern die Belastung der Handmuskulatur, bieten Schutz vor elektrischer Leitfähigkeit und erhöhen den Komfort bei längerer Nutzung.

Speziell Elektriker vertrauen ihre Gesundheit Tag für Tag ihrem Werkzeug an. Ob Kabel zugeschnitten, Steckdosen angeschraubt oder Schaltschränke montiert werden müssen. Wo Strom fließt, lauern immer Gefahren und ein Risiko. „NWS ist auch ein führender Markenhersteller von Qualitätswerkzeugen für praktisch jede Anwendung der Elektrotechnik“, erklärt Michael Adam weiter. „Unsere VDE-Zangen werden in regelmäßigen Abständen vom VDE kontrolliert, um die hohen Sicherheitsstandards, die bei Arbeiten an Stromquellen unbedingt erforderlich sind, einzuhalten. Für das ermüdungsfreie und konzentrierte Arbeiten über einen größeren Zeitraum sind die Zangenschenkel einerseits durch die Soft Gripp-Hülle rutschfest und sicher. Andererseits haben wir die weiche Griffzone ergonomisch angepasst. Die Tools liegen dadurch angenehm in der Hand.“

Mit dem Werkzeug-Sicherungssystem bleibt das Arbeitsgerät immer am Körper. Dank unterschiedlicher Befestigungsmöglichkeiten ist die Werkzeugsicherung mit vielen Werkzeugen kompatibel.

Sicherheit geht immer vor
Gleiches gilt für die VDE-Schraubendreher. Auch hier gilt „Sicherheit geht vor“. Wie für alle Werkzeuge, mit denen Arbeiten an stromführenden Teilen durchgeführt werden, sind auch die Schraubendreher nach IEC60900 isoliert, um maximale Sicherheit zu garantieren.

Werkzeuge, die Handwerkern aus der Hand fallen, stören den Arbeitsablauf und sorgen für Verzögerungen. Bei Tätigkeiten auf Dächern, Gerüsten und im Hochbau stellen sie eine Gefahr für Menschen dar, die von herabfallenden Tools getroffen werden können. Um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen, führte NWS vor über 10 Jahren ein Sicherungssystem für seine Zangen mit Soft Gripp-Griffen ein.

Auch das richtige Lagern der Tools ist ein Thema. Definitiv gefährlich ist es, wenn Sägen und scharfkantige Werkzeuge frei liegend im Werkzeugkoffer lagern. Ein sicherer Werkzeugkoffer sollte stabil, gut verschließbar, übersichtlich organisiert und ergonomisch gestaltet sein. Er muss den sicheren Transport ermöglichen und für VDE-Werkzeuge besondere Schutzmaßnahmen bieten.

Bekannte Markenhersteller sollten weit oben auf der Einkaufsliste stehen, weil Sie die Normen zur Arbeitssicherheit üblicherweise zuverlässig beachten. Die Top-Hersteller kommen aus Deutschland, der Schweiz, Japan oder den USA. Das bekannte „Made in Germany“ steht weiterhin für Verarbeitungsqualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Für viele Handwerker ist es das entscheidende Qualitätsmerkmal. 

Ulrich Krumstroh

…ist seit fast dreißig Jahren mit seiner PR-Agentur Elbfaktor als Berater für Unternehmen im Baugewerbe und in der Werkzeugbranche aktiv.

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