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Gutes Fußklima leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit am Arbeitsplatz

  • März 19, 2026

Warme Temperaturen stellen nicht nur den Kreislauf vor Herausforderungen – auch die Füße leisten in Arbeitsumgebungen Schwerstarbeit. Wie sich Fußgesundheit und Tragekomfort an die steigenden Temperaturen anpassen lassen, verrät Tina Kolisch. Sie ist Technische Produktmanagerin bei Baak.

Die Sohle des niederrheinischen Herstellers ist flexibler, besser gedämpft und nimmt dreimal so viel Feuchtigkeit auf wie vergleichbare Materialien.

Das familiengeführte Unternehmen Baak mit Sitz am Niederrhein hat sich auf Ergonomie und Fußgesundheit im Arbeitsalltag spezialisiert. Im Gespräch gibt Tina Kolisch praxisnahe Hinweise, erklärt materialbedingte Unterschiede und zeigt auf, welche Faktoren ein angenehmes Fußklima auch an heißen Tagen ermöglichen.

Geschlossenes Schuhwerk, langes Stehen, körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten oder ungünstige Materialien können schnell zu übermäßigem Schwitzen, Reibung, Blasen oder unangenehmem Geruch führen. Dabei lässt sich ein gesundes Fußklima mit den richtigen Materialien, Einlagen und Pflegegewohnheiten gezielt unterstützen.

Wenn die Temperaturen steigen, klagen viele Beschäftigte über schwitzende oder müde Füße in Sicherheitsschuhen. Warum ist das gerade im Frühjahr und Sommer ein so häufiges Thema?
Tina Kolisch: Weil der Fuß in dieser Jahreszeit einfach mehr arbeiten muss. Sicherheitsschuhe sind geschlossen, zum Teil über viele Stunden am Tag, und die Muskulatur wird zusätzlich belastet – durch Stehen, Gehen, häufig auch durch unebene Untergründe. Wenn dann Wärme dazukommt, steigt die Feuchtigkeit im Schuh, und die Haut reagiert schneller mit Reibung oder Blasen. Ein gutes Fußklima ist deshalb ein echter Präventionsfaktor.

Gibt es Unterschiede beim Fußklima zwischen S1- und S3-Sicherheitsschuhen?
Kolisch: Ja, und diese Unterschiede sind in warmen Monaten durchaus spürbar. S1-Schuhe sind häufig offener konstruiert und bestehen oft aus luftdurchlässigeren Textilien oder Mikrofasern. Dadurch kann Feuchtigkeit schneller entweichen, und die Füße heizen sich weniger auf. S3-Modelle hingegen verfügen über eine geschlossene Konstruktion sowie meist robusteres, dichteres Material – etwa Leder oder Schaftkombinationen mit geringerer Luftdurchlässigkeit. Das erhöht die Schutzwirkung, kann aber das Fußklima stärker beeinflussen. Moderne S3-Schuhe setzen deshalb zunehmend auf textile, leichte Komponenten, um Atmungsaktivität und Sicherheit miteinander zu vereinen.

Was können Beschäftigte tun, um ein gesundes Fußklima auch an warmen Arbeitstagen zu unterstützen?
Kolisch:  Der größte Hebel sind die Materialien. Atmungsaktive Obermaterialien wie moderne Textilgewebe oder Mikrofasern helfen, Feuchtigkeit schneller abzutransportieren. Und: Das Innenfutter spielt eine enorme Rolle. Funktionsfasern mit hoher Wasserdampfdurchlässigkeit verhindern, dass Feuchtigkeit im Schuh „steht“. Ein Punkt, der vielen nicht bewusst ist: Auch Elemente wie die Durchtritthemmung beeinflussen das Fußklima. Textile Varianten können Flüssigkeit aufnehmen und Wärme besser abgeben. Unser Baak Neo Shield absorbiert beispielsweise bis zu 150 Milliliter Flüssigkeit und ist zudem spürbar leichter als Stahl.

Das geringe Gewicht der asymmetrisch geformten Composite-Kappe lässt Beschäftigte weniger schnell ermüden.

Wie sieht es mit Einlagen aus – können diese den Schuh zusätzlich aufheizen?
Kolisch: Entscheidend ist die Materialzusammensetzung. Einlagen mit offenen Zellstrukturen und feuchtigkeitsabsorbierenden Schäumen sind im Sommer ideal, weil sie Atmungsaktivität verbessern und den Fuß stabil führen. Dichte Schäume, die keine Luftzirkulation zulassen, können dagegen tatsächlich wärmer wirken. Zudem unterstützen gute Einlagen die natürliche Abrollbewegung. Wenn der Fuß weniger ermüdet, schwitzt er auch weniger – es hängt also alles zusammen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es sich um Einlagen handelt, die für das entsprechende Modell zertifiziert sind.

Viele fragen sich: Was kann man gegen Geruch tun, wenn man den ganzen Tag Sicherheitsschuhe trägt?
Kolisch: Das ist ein klassisches Thema, lässt sich aber gut in den Griff bekommen, wenn man ein paar Hinweise beherzigt. Dazu gehört das Tragen von Funktionssocken statt Socken aus Baumwolle. Denn Baumwolle speichert Feuchtigkeit, Funktionsfasern transportieren sie ab. Außerdem sollten Schuhe täglich trocknen. Ideal sind 24 Stunden Pause zwischen den Einsätzen. Wir empfehlen, unterschiedliche Paare im Wechsel zu tragen. Die größten Feuchtigkeitsspeicher in Schuhen sind übrigens Einlegesohlen. Sie sind regelmäßig zu trocknen und nach einer Zeit auszutauschen. Grundsätzlich hilft auch eine gute Fußpflege, also die Füße stets gut abtrocknen, schweißreduzierende Cremes oder leichte Puder nutzen, Fußnägel kurzhalten. Und in den Arbeitspausen ist lüften angesagt. Schon wenige Minuten helfen, die Temperatur im Schuh deutlich zu senken. Es geht also um das Zusammenspiel aus Material, Hygiene und Gewohnheiten.

Die Sohle des niederrheinischen Herstellers ist flexibler, besser gedämpft und nimmt dreimal so viel Feuchtigkeit auf wie vergleichbare Materialien.

Welche Rolle spielt das Gewicht des Schuhs im Sommer?
Kolisch: Ein leichter Schuh erzeugt weniger Reibung und weniger Energieaufwand beim Gehen – und damit auch weniger Wärme. Moderne Leichtbaukomponenten wie textile Durchtritthemmungen oder leichte Kappen reduzieren die Belastung auf den gesamten Bewegungsapparat. Baak verbaut hierfür die Composite-Kappe: eine metallfreie Zehenschutzkappe aus Verbundmaterial, die rund 40 Prozent leichter ist als Stahl. Gerade bei warmen Temperaturen macht sich das schnell bemerkbar: weniger Ermüdung, weniger Schwitzen und ein insgesamt angenehmeres Tragegefühl.

Was empfehlen Sie Beschäftigten, die bereits im Frühjahr unter geschwollenen oder schweren Füßen leiden?
Kolisch: Hier helfen kleine Routinen mit großer Wirkung: Füße in Pausen kurz hochlegen, ausreichend trinken und auf Socken achten, die keine Einschnürungen verursachen. Auch die Passform des Schuhs ist entscheidend. Ein zu enger Schuh verstärkt Schwellungen, ein zu weiter führt zu Reibung. Ideal ist ein Modell, das dem Fuß genug Platz bietet, ohne instabil zu wirken – besonders im Vorfußbereich. Wichtig ist daher, dass der Schuh in der richtigen Größe und Weite gewählt wird. Systeme mit mehreren Weiten – wie das Mehrweitensystem von Baak, bei dem neben dem Leisten auch die Schutzkappe und die Sohle breiter sind – sorgen dafür, dass auch breite Füße den nötigen Platz im Schuh finden. Für Frauen ist außerdem entscheidend, Modelle zu tragen, die auf speziellen Damenleisten gefertigt wurden: Sie berücksichtigen die typischen anatomischen Unterschiede wie schmalere Fersen und flachere Ristformen und tragen damit wesentlich zu einem angenehmen Fußklima und höherem Komfort bei.

Tina Kolisch
Die Technische Produktmanagerin gibt Tipps für ein angenehmes Fußklima auch an heißen Tagen. // Fotos (4): Baak


Sie sprechen viel über Prävention. Warum ist Fußgesundheit so entscheidend für Arbeits- und Leistungsfähigkeit?
Kolisch: Feuchte Füße sind mehr als nur unangenehm. Sie begünstigen die Entstehung von Blasen, Druckstellen und Hautreizungen. Zudem kann sich durch die anhaltende Feuchtigkeit ein ungünstiges Fußklima entwickeln – ein idealer Nährboden für Pilze und Bakterien, der das Risiko für Infektionen erhöht. Auch die Trittsicherheit kann bei Nässe beeinträchtigt sein.

Ein dauerhaft schlechter Stand führt außerdem schneller zu Ermüdung – und das spürt man nach einigen Stunden im ganzen Körper. Ein gutes Fußklima ist deshalb nicht nur eine Frage des Komforts, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Gesundes Fußklima in Sicherheitsschuhen

  • Atmungsaktive Materialien wählen
    Funktionsfasern, leichte Textilgewebe.
  • Funktionssocken tragen
    Feuchtigkeit transportieren statt speichern.
  • Schuhe regelmäßig wechseln
    Mindestens 24 Stunden Trocknungszeit.
  • Einlegesohlen pflegen
    Herausnehmen, trocknen, regelmäßig erneuern.
  • Füße gut pflegen
    Trocknen, leichte Antitranspirante, kurze Nägel.
  • In Pausen Füße hochlegen und lüften
    Schon wenige Minuten senken Temperatur und Feuchtigkeit.
  • Passform prüfen
    Weder zu eng noch zu weit – besonders wichtig bei Schwellneigung.
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