• Berufs- und Arbeitskleidung, PSA

Handschutz neu definiert

  • Juni 25, 2026

Die Anforderungen an Handschutz sind so unterschiedlich wie die Menschen, die ihn tragen, und die Tätigkeiten, bei denen er eingesetzt wird, weiß man bei Wonder Grip. Kaum ein anderer Bereich im Arbeitsschutz zeigt so deutlich, wie stark sich Arbeitsrealitäten verändern.

Wenn Werkzeuge sicher in der Hand liegen und Bewegungen natürlicher erfolgen, ermüden die Hände auch weniger schnell.

Frauen werden in handwerklichen und industriellen Berufen sichtbarer als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Passformen, Tragekomfort und Akzeptanz im Arbeitsalltag. Wie wichtig ergonomische Eigenschaften tatsächlich sind, zeigt sich meist nicht im Prüflabor, sondern dort, wo Hände täglich arbeiten.

Emma Hulme ist regelmäßig in Bau- und Renovierungsprojekten tätig. Werkzeugführung, Materialkontakt und wiederkehrende Bewegungsabläufe gehören dabei ebenso zum Alltag wie körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten. Genau dort wird spürbar, wie stark Passform, Tastgefühl und Beweglichkeit darüber entscheiden können, wie präzise und kraftschonend über Stunden hinweg gearbeitet werden kann.

Emma Hulme, Gründerin von Builder Girl (UK), steht damit exemplarisch für eine Entwicklung, die in vielen Arbeitsbereichen sichtbar wird: Arbeitsrealitäten verändern sich und damit auch die Anforderungen an Handschutz. Mit Builder Girl macht Emma Hulme sichtbar, wie selbstverständlich Frauen heute anspruchsvolle handwerk-
liche Tätigkeiten mitgestalten. Sichtbarkeit verändert gleichzeitig die Wahrnehmung handwerklicher Berufe für kommende Generationen.

Builder Girl Emma Hulme nutzt bei ihren täglichen Arbeiten im Bau- und Renovierungs-bereich einen Handschuh von Wonder Grip, der unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig unterstützt. // Foto: Wonder Grip

Schutz allein reicht heute nicht mehr aus
Handschutz muss sich an Arbeitsabläufen orientieren, nicht umgekehrt. Bei Wonder Grip steht genau diese Verbindung seit Jahren im Mittelpunkt. Das Unternehmen entwickelt und fertigt seine Handschutzlösungen in eigenen Entwicklungs- und Produktionsstrukturen. Forschung, Entwicklung und Produktion greifen dabei unmittelbar ineinander.

Vom Rohstoff bis zum fertigen Handschuh bleiben sämtliche Prozesse unter eigener Kontrolle. Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied innerhalb des Handschutzmarktes. Anforderungen aus realen Arbeitsprozessen können unmittelbar in Materialentwicklung, Beschichtungstechnologien und ergonomische Konzepte einfließen.    

Die Anforderungen an Handschuhe entwickeln sich unterschiedlich. Während in einigen Arbeitsbereichen Präzision und Tastgefühl im Vordergrund stehen, entscheiden in anderen Robustheit, Hitzebeständigkeit oder hohe mechanische Belastbarkeit über die Auswahl geeigneter Handschutzlösungen. Hinzu kommt, dass Arbeitsplätze häufig mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen müssen. Handschuhe sollen schützen, präzises Arbeiten ermöglichen und dabei angenehm tragbar bleiben.

Die Erwartungen an Handschutz sind dadurch gestiegen. Schutz wird vorausgesetzt. Darüber hinaus spielen Passform, Tastgefühl, Griffsicherheit und Tragekomfort eine wichtige Rolle. Denn nur Handschuhe, die im Arbeitsalltag akzeptiert werden, werden dauerhaft getragen.

Technologie entsteht aus Arbeitsrealität
Produktentwicklung beginnt nicht mit einer theoretischen Aufgabenstellung, sondern mit der Beobachtung realer Arbeitsprozesse. Wer Handschutz weiterentwickeln möchte, muss verstehen, wie Menschen arbeiten, welche Bewegungen sie täglich ausführen und welchen Belastungen sie dabei ausgesetzt sind.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Wonder Grip konzentrieren sich dabei auf drei zentrale Bereiche: die Zusammensetzung und Leistungsfähigkeit von Beschichtungen, moderne Strick- und Webtechniken sowie die ergonomische Gestaltung von Handschuhformen.

Daraus sind in den vergangenen Jahren zahlreiche patentierte Technologien hervorgegangen. Sie verfolgen unterschiedliche Ziele, stehen jedoch für denselben Anspruch: Schutz, Komfort und Leistungsfähigkeit möglichst präzise auf reale Arbeitsbedingungen abzustimmen.

Wie sich solche Entwicklungen im Arbeitsalltag auswirken können, zeigt beispielsweise die Wonder Grip Technology. Mikrostrukturen auf beschichteten Handschuhoberflächen wirken ähnlich wie feine Saugnäpfe und verbessern die Kontrolle auf trockenen, feuchten oder öligen Oberflächen. Materialien und Werkzeuge lassen sich dadurch sicherer und kraftsparender führen.

In unabhängigen Materialprüfungen in Japan wurde bei Handschuhen mit Wonder Grip Technology eine Steigerung der Griffigkeit von bis zu 58 Prozent bei Latex- und bis zu 36 Prozent bei Nitrilbeschichtungen festgestellt. Neben Griffsicherheit spielen vor allem ergonomische Eigenschaften und natürliche Bewegungsabläufe eine wichtige Rolle. Denn nur Handschuhe, die im Arbeitsalltag akzeptiert werden, werden dauerhaft getragen.

Eine entspanntere Handhaltung bereits beim Anziehen, natürlichere Bewegungsabläufe und eine höhere Tastempfindlichkeit ermöglicht beispielsweise die TPDT-Technologie. Sie orientiert sich an der natürlichen Haltung der Hand und unterstützt Bewegungsfreiheit, ohne dass permanent gegen die Form des Handschuhs gearbeitet werden muss.

Zusätzliche Materialstrukturen innerhalb des Handschuhs unterstützen Bewegungsfreiheit, sicheren Sitz und angenehmes Arbeiten. Gerade bei längeren Tragezeiten wird spürbar, wie sich diese Eigenschaften auf Ermüdung, Gelenkbelastung und Bewegungsabläufe auswirken können. Dahinter steht das Dualiner-Konzept, das auf die Entlastung von Muskeln, Gelenken und Sehnen ausgelegt ist.

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Tätigkeiten mit dauerhaft wiederkehrenden Bewegungen, hoher Werkzeugkontrolle oder präziser Materialführung. Der Handschuh, den Emma Hulme bei ihren täglichen Arbeiten im Bau- und Renovierungsbereich verwendet, vereint mehrere Technologien von Wonder Grip, die unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig unterstützen. Eine hohe Griffsicherheit erleichtert das sichere Führen von Werkzeugen und Materialien. Die ergonomische Form unterstützt natürliche Bewegungsabläufe der Hand. Zusätzliche Komfortelemente tragen dazu bei, dass der Handschuh auch über längere Zeiträume angenehm getragen werden kann.

Gerade bei Arbeiten, bei denen regelmäßig gehoben, getragen, geschraubt, montiert oder mit Werkzeug gearbeitet wird, zeigt sich der praktische Nutzen solcher Eigenschaften. Wenn Werkzeuge sicher in der Hand liegen, Bewegungen natürlicher erfolgen und die Hände auch nach Stunden weniger ermüden, wird spürbar, welchen Unterschied technische Entwicklungen im Arbeitsalltag tatsächlich machen können.

Die Verbindung dieser unterschiedlichen Technologien steht exemplarisch für den Entwicklungsansatz von Wonder Grip: Schutz, Komfort und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag gleichermaßen zu unterstützen. Dieser Anspruch endet nicht bei einzelnen Produkten. Er prägt auch die langfristige Entwicklung des Unternehmens.  

Neben Griffsicherheit spielen vor allem ergonomische Eigenschaften und natürliche Bewegungsabläufe eine wichtige Rolle. // Fotos (3): Wonder Grip

Mit Guyard den nächsten Schritt gegangen
Mit der Übernahme des französischen Handschuhherstellers Guyard erweitert Wonder Grip sein Spektrum um einen Bereich, der bislang nicht zum Schwerpunkt des Unternehmens gehörte. Guyard wurde 1977 gegründet und steht in Frankreich seit fast fünf Jahrzehnten für die Herstellung von Lederhandschuhen. Das Unternehmen ist in Niherne im Zentrum Frankreichs beheimatet, einer Region mit langer industrieller und handwerklicher Tradition.

Über viele Jahre entstand dort Erfahrung in Arbeitsbereichen, in denen Robustheit, Materialkenntnis und zuverlässiger Handschutz eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehören unter anderem Schweißtechnik, Metallverarbeitung und weitere Anwendungen mit hohen mechanischen oder thermischen Belastungen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Einsatzbereiche, in denen Leder bis heute aufgrund seiner Eigenschaften und seiner hohen Akzeptanz im Arbeitsalltag geschätzt wird. Mit Guyard wird damit nicht nur ein Unternehmen Teil von Wonder Grip, sondern auch eine fast fünf Jahrzehnte gewachsene französische Handschuhtradition.

Für viele Unternehmen bedeutet die Auswahl von Handschutz heute weit mehr als die Entscheidung für einen einzelnen Handschuhtyp. Unterschiedliche Tätigkeiten stellen unterschiedliche Anforderungen. Was in Montage und Präzisionsarbeiten überzeugt, ist nicht automatisch die richtige Lösung für robuste oder stark belastende Anwendungen.

Genau hier liegt die Bedeutung der Übernahme. Wonder Grip bringt eigene Forschung und Entwicklung, eigene Produktion sowie die Erfahrung eines international aufgestellten Herstellers ein. Guyard ergänzt diesen Ansatz durch Erfahrung in Arbeitsbereichen, die bislang nicht zum Schwerpunkt von Wonder Grip gehörten. Für die Handschuhbeschaffung bedeutet das, unterschiedliche Arbeitsbereiche künftig breiter und aus einer Hand abdecken zu können – vom präzisen Montagehandschuh bis hin zu Anwendungen, in denen Leder weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

Die Übernahme steht damit nicht für die Ablösung bestehender Technologien, sondern für deren sinnvolle Ergänzung. Unterschiedliche Materialien und Lösungen bleiben auch künftig Teil eines Handschutzmarktes, dessen Anforderungen immer vielfältiger werden. Der Handschuh ist längst mehr als ein reines Verbrauchsprodukt. Er wird zunehmend Teil realer Arbeitsprozesse und spiegelt wider, wie Unternehmen Sicherheit, Ergonomie, Komfort und Arbeitsrealität miteinander verbinden.

Genau darin zeigt sich, wie stark sich Handschutz verändert. Die Übernahme von Guyard markiert deshalb keinen Abschluss, sondern den Beginn einer weiteren Entwicklung innerhalb des Handschutzmarktes. Wie sichtbar sich diese Verbindung aus technologischer Entwicklung, industrieller Fertigung und gewachsener Lederkompetenz künftig im Auftritt von Wonder Grip widerspiegeln wird, dürfte spätestens auf der A+A 2027 in Düsseldorf erkennbar werden.

Emma Hulme
… ist Gründerin von Builder Girl (UK). Mit Builder Girl setzt sie sich für die Sichtbarkeit von Frauen im Bau- und Handwerksbereich ein und will Menschen in ganz Europa inspirieren, handwerkliche Berufe und Renovierungsprojekte aktiv mitzugestalten. Sie ist unter Builder Girl auf Instagram und Facebook zu finden. 

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