Besonders bei der Müllabfuhr, der Straßenreinigung und den Mitarbeitern auf den Wertstoffhöfen nimmt die Belastung durch hohe UV-Strahlung während der Arbeitszeit kontinuierlich zu. Spätestens seit im Jahr 2015 weißer Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt wurde, besteht akuter Handlungsbedarf. Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Mitarbeitenden vor langer und hoher Sonneneinstrahlung zu schützen. Neben technischen und organisatorischen Maßnahmen kommt dem persönlichen Schutz durch die richtige Kleidung wie der von iQ-UV eine immer größere Rolle zu.
Zu den Pionieren im Bereich UV-Schutz von Mitarbeitenden gehört der aha Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover. Er entstand aus der Fusion der Abfallwirtschaftsbetriebe der Region und der Stadt Hannover im Jahr 2003. Heute organisiert der Zweckverband die Abfallwirtschaft für mehr als eine Million Menschen. Die Aufgaben des aha sind vielfältig und betreffen nahezu jeden Haushalt in der Region. Zu den wichtigsten Tätigkeiten gehört die regelmäßige Abholung von Restmüll, Bioabfällen, Altpapier und Wertstoffen. Darüber hinaus betreibt der Zweckverband zahlreiche Wertstoffhöfe, an denen Bürgerinnen und Bürger Sperrmüll, Elektrogeräte, Grünabfälle oder Problemstoffe abgeben können. Auch die Straßenreinigung und der Winterdienst gehören zu den zentralen Aufgaben des kommunalen Betriebs.
Gemeinsame Geschichte
Kennengelernt haben sich die iQ-Company und der aha 2017 auf einer Veranstaltung des Verband kommunaler Unternehmen, kurz VKU. Die iQ-Company war nach Berlin eingeladen worden, um vor Sicherheitsfachkräften über das Thema Sonnenschutz zu referieren und ihre Produkte vorzustellen.
Zu diesem Zeitpunkt war Berufsbekleidung für iQ-UV Neuland. Das Unternehmen hat seine Wurzeln im Tauchsport und produziert seit 1994 Funktionskleidung. Im Jahr 2004 kam dann Kleidung mit UV- und Hitzeschutz unter dem Namen iQ-UV hinzu. Seit 2015 produziert das Unternehmen in Europa normenkonforme Arbeitskleidung mit den gleichen Eigenschaften. Die Produktpräsentation und der Vortrag scheinen überzeugt zu haben, denn das erste Angebot überhaupt der iQ-Company im Bereich Arbeitsschutzkleidung mit UV-Schutz ging im Mai 2018 an die aha. Was folgte war ein intensiver Austausch der beiden Unternehmen. Die Kleidung wurde nicht nur umfassenden Tragetests unterzogen, sondern auch gemeinsam weiterentwickelt. Dass die UV-Schutz-Shirts zu einem großen Teil aus recycelten PET-Flaschen bestehen, passt dabei natürlich zum Nachhaltigkeitsgedanken der aha. Auch das neben dem Schutz durch die aktive Kühlung des Hightech-Gewebes die Leistungsfähigkeit bei hohen Temperaturen unterstützt wird, überzeugte.
Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden
Weißer Hautkrebs ist die am stärksten wachsende Krebserkrankung und seit 2015 von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) als Berufskrankheit anerkannt. Für Beschäftigte im Freien, zu denen die Mitarbeitenden der Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Wertstoffhöfe fraglos zählen, ist weißer Hautkrebs ein reales Risiko. Schädigungen treten weit vor dem ersten Sonnenbrand auf. Und ist die einzelne Hautzelle einmal zerstört, ist dies irreparabel.
UV-Schutz, den man anzieht, also am Körper trägt, ist immer die erste Wahl, um auf einfache Weise die größten Körperpartien sicher zu schützen. Zusätzlich muss auf Hände, Füße und Gesicht natürlich zusätzlich Sonnencreme oder Sonnenspray regelmäßig und in ausreichender Menge aufgebracht werden.
Top-Prinzip wird konsequent umgesetzt
Die DGUV-Information 201-056 sieht für Beschäftigte im Freien technische, organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen vor. Technische Schutzmaßnahmen sind z. B. das Aufstellen von Sonnenschirmen, Sonnensegeln und Überdachungen, die ausreichend Schatten spenden. Deshalb wurden auf den Wertstoffhöfen der aha, auf denen die Mitarbeitenden den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sind, festinstallierte Sonnenschirme montiert.
Selbstverständlich werden die Beschäftigten regelmäßig über die möglichen Gefahren der UV-Strahlung unterwiesen. Weitere organisatorische Schutzmaßnahmen sind, anstrengende Arbeiten nicht in der sonnenintensivsten Zeit stattfinden zu lassen und auf einen regelmäßigen Tätigkeitswechsel zwischen den Beschäftigten zu achten. Außerdem müssen UV-Schutzmittel (Kleidung und Sonnencreme) in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. In Hannover erhalten die Mitarbeitenden der Müllabfuhr Sonnenhüte und Sonnencreme unkompliziert und kostenlos an einem Kiosk in ihrer Betriebsstätte. Kurze Wege und ein einfacher Zugang unterstützen die Verwendung der UV-Schutz-Produkte.
Als personenbezogene Schutzmaßnahme hat sich die aha als erster kommunaler Betrieb in Deutschland dazu entschieden, alle Mitarbeitenden mit UV-Schutz-Shirts von iQ-UV auszustatten.
UV-Schutzkleidung im Einsatz
Heute, rund zehn Jahre später, sind alle rund 1.200 Mitarbeiter bei der Müllabfuhr, der Straßenreinigung und den Wertstoffhöfen mit UV-Shirts von IQ-UV aus dem Material IQ-Natural in der Ausführung „High Visible“ nach DIN EN 20471 ausgestattet. Auch ein UV-Kopfschutz, der Safarihut, gehört zur Ausstattung. Jeder Mitarbeiter verfügt je nach Tätigkeitsbereich über fünf, sieben oder zehn Garnituren, ist also mindestens für eine Woche ausgestattet.
Die Mitarbeitenden sind sich der Gefahren, welche die permanente Sonneneinstrahlung mit sich bringt, sehr bewusst und schützen sich. Mitarbeiter André Kamischke sagt dazu beim Besuch des Wertstoffhofes: „Hautkrebs ist hier auf dem Wertstoffhof keine Seltenheit. UV-Shirts zu tragen ist für mich die einfachste Art, mich zu schützen.“ Mark, ein Müllmann, der von allen nur „Auge“ genannt wird, bringt es im Gespräch auf den Punkt. „Die alten Hasen wählen ihre Touren mit Bedacht.“ Im Sommer ist er lieber in der Innenstadt unterwegs, auch wenn das oft stressiger ist wegen des Verkehrs. Auch, dass es im urbanen Umfeld ein paar Grad wärmer ist, stört ihn nicht. Entscheidend ist, dass er sich während der Tour hin und wieder im Schatten aufzuhalten kann. „Wenn Du in den Vororten und Neubaugebieten eingesetzt wirst, stehst du acht Stunden ununterbrochen in der Sonne“, diese Touren sind bei den Kollegen sehr unbeliebt.
Kurzinterview mit …
… André Kamischke, Mitarbeiter zur Wertstofferfassung auf einem Wertstoffhof vor den Toren von Hannover. Hier bringen täglich bis zu 1800 Fahrzeuge ihre Wertstoffe zur Weiterverarbeitung und Entsorgung.
Was ist deine Aufgabe auf dem Wertstoffhof?
André Kamischke: Leute einweisen und beraten. Der Klassiker ist, dass die Leute mehr als einen Kubikmeter Material pro Anlieferung im Fahrzeug mitbringen.
Welchen Einfluss hat die Sonne auf deiner Arbeit?
Kamischke: Hier auf dem Wertstoffhof gibt es keinen natürlichen Schatten. Um uns vor der Sonne zu schützen, wurde ein großer Sonnenschirm fest installiert. Dort können wir uns unterstellen.
Wie sieht es mit UV-Schutzkleidung aus?
Kamischke: Dass unsere Shirts vor der UV-Strahlung schützen, haben wir erst gar nicht gewusst, weil man es ihnen beim Tragen nicht anmerkt. Jeder von uns hat sieben Garnituren zur Verfügung gestellt bekommen.
Du achtest also selbst auf einen guten UV-Schutz?
Kamischke: Hautkrebs ist hier auf dem Wertstoffhof keine Seltenheit. Man kann sich gar nicht genug schützen. Weil die Shirts so bequem sind, trage ich sie jeden Tag – auch im Winter.