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Qualitätsprodukte halten bis zu zehnmal länger

  • August 27, 2025

Vor rund 66 Jahren wurde in Schweden einige Kilometer südöstlich von Göteborg aus dem Textilunternehmen Gefa der Arbeitsbekleidungshersteller Blåkläder. Zunächst nur auf dem schwedischen Markt aktiv eroberte das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte eine ganze Reihe an Ländern mit hochwertiger Arbeitskleidung. Die Redaktion durfte die Zentrale in Svenljunga besuchen.

Regelrecht unscheinbar wirkt der Eingang in die Unternehmenswelt des Workwear-Herstellers.

Mit kleinen Unterbrechungen ist Anders Carlsson, der heutige CEO des Familienunternehmens, bereits seit 40 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Er hat also einen großen Teil der Entwicklungsgeschichte des Workwear-Spezialisten aktiv begleitet. Er erinnert sich noch gut an die Jahre, in denen „die Textilien hier vor Ort produziert wurden, aber in Asien fertiggestellt wurden. Heute werden auch die Textilien in Fernost produziert“, sagt er.

Der Aufschwung und das imposante Wachstum von Blåkläder startete eigentlich erst Ende der 1990er Jahre. „1997 waren hier vor Ort nicht einmal 90 Mitarbeiter beschäftigt“, erinnert sich Carlsson. Exakt dieses Jahr 1997 markiert einen dieser kleinen Meilensteine, die im Nachgang wichtig in einer Unternehmensentwicklung sind. In dem Fall startete Blåkläder im Jahr 1997 seine Investition in die Markenbildung und startete entsprechende Kampagnen. Die daraus resultierende wachsende Bekanntheit sorgte auch für wachsenden Absatz, es folgte eine Ausweitung auf neue Märkte. So startete Blåkläder 1998 mit der Eroberung des deutschen Marktes.

CEO Anders Carlsson ist bereits seit 40 Jahren im Unternehmen beschäftigt.

Für Anwender mit Qualitätsbewusstsein
Heute ist das Familienunternehmen in 20 Ländern vertreten, vorrangig in Europa, aber auch auf dem nordamerikanischen Kontinent und in Japan. In den eigenen Werken in Vietnam, in Sri Lanka, in Myanmar und seit einigen Wochen auch in Bangladesch werden nicht nur knapp 5 Millionen Kleidungsstücke alljährlich produziert sondern seit ein paar Jahren auch eigene Schuhe. „In den letzten zehn Jahren haben wir durchschnittlich jedes Jahr rund 300 neue Artikel entwickelt und hergestellt“, sagt Carlsson.

Diese sind für den professionellen Markt bestimmt, „an Anwender mit Qualitätsbewusstsein“, wie der CEO sagt. Wobei
Blåkläder nicht nur Produkte verkauft, sondern „einen kompletten Service.“ Wahrscheinlich ein wichtiger Faktor, sollen die ambitionierten Ziele der Eigentümer weiter erfolgreich erreicht werden. „Um ein Global Player zu werden lautet der Plan der Eigentümer, die Verkäufe alle fünf Jahre zu verdoppeln“, sagt Carlsson. Das hat tatsächlich in der jüngeren Vergangenheit auch im Großen und Ganzen geklappt. Ursächlich dafür ist unter anderem, dass die Niederlassungen in den verschiedenen Ländern weitestgehend freie Hand in ihren Aktivitäten haben, „da wird nicht von oben diktiert. So fließt es einfach besser.“

In Sachen Nachhaltigkeit haben die Schweden auch ihren Weg gefunden. „Wir sind skeptisch, was recycelte Textilien angeht“, sagt Carlsson, „wir denken, dass es einen Verlust an Qualität mit sich bringt. Wir glauben eher daran, dass es Sinn macht, so weit wie möglich auf Kunststoffe zu verzichten.“ Die Nachhaltigkeit von Blåkläder untermauert Carlsson auch gleich mit einigen Zahlen: So spart das Unternehmen mittlerweile 90 Prozent an Wasserverbrauch und chemischen Zusätzen ein, verbraucht über 45 Prozent weniger Energie und hat die Abwassermenge um über 95 Prozent reduziert.

Wachsendes Portfolio für Frauen
Ein stetig wachsendes Portfolio an Produkten für Frauen, auch wenn da „der Bedarf nicht so groß ist wie in anderen Bereichen, aber wir wollen den Frauen alle Möglichkeiten bieten“, sowie der wachsende Schuhbereich, der seit rund drei Jahren in einer eigenen Fabrik stattfindet, sind Faktoren, die zusätzliche Marktanteile generieren können. „Die Herausforderung lautet, in den bestehenden Märkten den Anteil deutlich zu erhöhen“, so seine Marschrichtung. „Wir wollen uns nicht zu sehr splitten, sondern darauf konzentrieren, wo wir bereits Fuß gefasst haben.“ Auf diese Weise soll der Umsatz von aktuell rund 260 Mio. Euro Umsatz auf über 450 Mio. in 2029 wachsen.

Gewappnet für die Anforderungen an ein solches Wachstum ist das Unternehmen. Das jüngst in Bangladesch in Betrieb genommene Werk sorgt mit bei voller Auslastung rund 2500 Beschäftigten für eine deutliche Steigerung der Produktivität, auch wenn manche Produkte eine deutlich dreistellige Anzahl an Produktionsschritten erfordern. Und logistisch ist Blåkläder auf einem modernen Stand und verfügt über ausreichend Kapazitäten. „Rund 15.000 Quadratmeter“ beziffert Thomas Ohlsson, Logistic Manager bei Blåkläder, die Fläche des neuen semi-automatischen Lagers in Svenljunga. Das sind 40 jeweils rund 60 Meter lange Regalreihen, dazu „haben wir noch einiges an Palettenplätzen zur Verfügung. Wir wollen über kurz oder lang 25.000 Quadratmeter Lagerfläche haben.“

Rund 15.000 Quadratmeter umfasst das neue semi-automatische Lager in Svenljunga. // Fotos (3): Camillo F. Kluge

Umfangreiche Qualitätskontrollen
Trotz der Entfernung zu den Werken nennt Ohlsson relativ kurze Lieferzeiten. „Rund einen Monat dauert es, bis bestellte Produkte aus Sri Lanka hier bei uns eintreffen“, sagt er. Dabei gibt es einen täglichen Umschlag von rund 3000 dieser seitens Blåkläder Boxen genannten großen Kartons. Die Boxen werden auch nicht einfach nur ein- und ausgelagert, sondern „wir führen hier bei jeder Lieferung umfangreiche Qualitätskontrollen durch.“ Auf diese Art wird nicht nur in den Fabriken geprüft, dass die Produkte dem Qualitätsversprechen des Herstellers gerecht werden.

„Wir pflegen einen engen Draht zum Verbraucher, fragen regelmäßig nach Wünschen und Bedürfnissen der Anwender“, erklärt Rose-Marie Näsström aus der Produktentwicklung. So flossen in die Entwicklung der aktuellen Striker-Kollektion rund drei Jahre ein, denn „wir haben wie immer auch hier viel Wert auf Qualität, Optik und Funktionalität gelegt.“ Und dass sich Qualität auch für den Anwender rechnet, macht sie auch deutlich: „Qualitätsprodukte halten nun einmal bis zu zehnmal länger.“      

                                   Von Camillo F. Kluge

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