• Berufs- und Arbeitskleidung, PSA

Verantwortung ist Bestandteil unseres Handelns

  • Juli 23, 2026

Sein Rücknahmesystem für gebrauchte und abgenutzte Arbeitskleidung stellte Hersteller F. Engel jetzt im Rahmen eines Key Events für den deutschen Markt vor. Im Rahmen eines exklusiven Events, zu dem enge Partner und Kunden ins Hamburger Volksparkstadion eingeladen waren, zeigte das dänische Unternehmen seinen Weg, Materialien im Kreislauf zu halten.

Auch die aktuelle Kollektion wurde präsentiert. // Fotos (3): Camillo F. Kluge

Das in Deutschland jetzt auf den Weg gebrachte Programm namens Re:Turn läuft laut Hersteller F. Engel in Dänemark bereits ganz gut. Nun sollen auch die deutschen Verbraucher und Händler mit der Rückgabe gebrauchter Bekleidung dazu beitragen, „möglichst lange möglichst viele Materialien im Kreislauf zu halten“, so John Engel. Auf diese Weise soll eine Art neuer Wertschöpfungskette entstehen, die eben auf vorhandenen Ressourcen aufbaut.

Der Ablauf ist relativ simpel: Bei Kunden, Händlern oder Partnern werden sogenannte Re:Turn-Boxen oder -Bags aufgestellt, die sobald sie gefüllt sind abgeholt und zur Verarbeitung transportiert werden. Nach Wiegen, Registrieren und Sortieren wird die Kleidung demontiert, sprich alle nicht-textilen Bestandteile wie Knöpfe oder Reißverschlüsse werden entfernt. Das passiert bei einem Partner-Unternehmen, das nicht nur bereits über entsprechende Erfahrung, sondern auch über eine fortschrittliche Sortiertechnologie für eine wertorientierte Verarbeitung verfügt.

Unabhängig vom Hersteller
Anschließend werden die Textilien zerkleinert und so aufbereitet, dass sie in den Wertschöpfungskreislauf zurückgeführt werden können. So werden die recycelten Fasern schließlich zur Herstellung neuer Garne und Textilien genutzt. Wichtig ist F. Engel dabei, dass nicht nur eigene Textilien in den Kreislauf geführt werden können, sondern das völlig unabhängig vom Hersteller ist.

„Es ist wichtig, dass wir uns mit dem Thema Re:Turn beschäftigen“, erklärt John Engel, der mit seinem Bruder Lars das Unternehmen in vierter Generation führt, „denn Verantwortung ist Bestandteil unseres Handelns.“ Nicht immer lässt sich jedoch textil-to-textil umsetzen, aber auch dann gibt es Lösungen. Wenn sich das recycelte Material nicht mehr zu einem Shirt oder einer neuen Jacke wandeln lässt, besteht beispielsweise die Möglichkeit, damit Autositze oder ähnliches zu beziehen. „Nur im schlechtesten Fall wandert das Material in die Energieversorgung“, ist die Verbrennungsanlage die allerletzte Lösung.

Die Erfahrungen des Unternehmens auf dem heimischen Markt erlauben laut F. Engel tatsächlich bis zu 30 Prozent der zurückgesendeten Materialien wieder in den Textilkreislauf zurückzuführen. Dabei gelingt es dem Recyclingunternehmen wohl, dass direkt beim Sortieren erkannt wird, aus welcher Zusammensetzung das jeweilige gelieferte Material besteht. So lasse sich tatsächlich aus einem Mischgewebe auch wieder die entsprechende Mischgewebefaser herstellen.

In solchen Bags oder ähnlich gestalteten Boxen werden die ausrangierten Textilien gesammelt und zum Recycling-Partner gebracht.

Markt in Schwung bringen
Dennoch ist man sich bei F. Engel bewusst, dass Recycling aktuell noch recht kostspielig ist, aber man sei stolz einen Partner gewonnen zu haben, der diesbezüglich Meterware herstelle und den Preis günstig halte, denn „nur so kann der Markt in Schwung kommen.“

Zudem zeigte der im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiernde Hersteller auch noch aktuelle Kollektionen. Die neue Entire-Kollektion der Marke Engel spiegele nicht nur aktuelle Trends, sondern begeistere auch mit raffiniertem und funktionellem Design. Das Unternehmen bezeichnet die neue Arbeitskleidung als modern und stilbewusst. Dabei wurde auch Entire nach dem Prinzip Function First entwickelt. Was die Kollektion besonders auszeichnet, ist der hohe Anteil eingeflossener Recyclingmaterialien. Sowohl beim Obermaterial als auch bei Futter oder Füllmaterialien sowie den Reißverschlüssen wurde recycelte Komponenten eingesetzt. 

Allgemein positive Resonanz
Aktuell ist F. Engel mit seinen Marken Sunwill, Deerhunter und natürlich Engel offensichtlich auf dem richtigen Weg. „Wir wachsen aktuell, allein im vergangenen Jahr konnten wir in Deutschland ein Plus von 50 Prozent erwirtschaften und haben 80 neue Händler gewonnen“, nannte Lasse Drews, Country Manager Germany, beeindruckende Zahlen.

Bei den meisten Besuchern des Key Events im Hamburger Volkspark stieß das Programm auf positive Resonanz. „Nachhaltigkeit wird von den Kunden immer stärker nachgefragt“, sagte beispielsweise Arnd Dreyer, Geschäftsfeldleiter Industrie und Gewerke bei Ruess die Mietwäsche, „da hilft solch ein Programm im Kundengeschäft schon weiter.“ Aber „letztlich muss jeder selbst wissen, wofür er mit seinem Unternehmen steht“, so Lasse Drews, „und ob er wissen will, was mit seinen Sachen passiert oder ob ihm das egal ist.“ Geht es nach den – wie John Engel sagte – Textil-Nerds aus Dänemark, dann landen diese alten „Sachen“ wieder in einem neuen Produkt.

Von Camillo F. Kluge

John Engel
… begrüßte die Gäste im
Hamburger Volksparkstadion und stellte die fast 100-jährige Geschichte des Familienunternehmens vor.

« zurück