Ob Holzstaub, Metallspäne oder chemische Spritzer – je nach Werkstoff treten unterschiedliche Risiken bei der Bearbeitung und in industriellen Prozessen auf. Moderne Schutzanzüge müssen daher mehr leisten als lediglich reinen Partikelschutz zu bieten. Entscheidend, so das Fazit des Fachbeitrages von Lena Weymann, Biotechnologin und PSA-Expertin bei Asatex, sei das Zusammenspiel von Material, Anwendung und Schutzwirkung.
Wo gehobelt wird, da fallen Späne – diese bekannte Redewendung beschreibt treffend die Risiken bei der Bearbeitung von Werkstoffen. Ob beim Sägen, Schleifen oder Fräsen: Je nach Material entstehen unterschiedliche Gefährdungen. Doch Risiken beschränken sich längst nicht mehr nur auf die Werkstatt. Auch in industriellen Prozessen, etwa bei der Verarbeitung von Kunststoffen oder im Umgang mit chemischen Substanzen, treten Partikel, Dämpfe oder Flüssigkeitsspritzer auf. Entscheidend ist daher, die Eigenschaften des Werkstoffs genau zu kennen und die passende Schutzausrüstung gezielt auszuwählen.
Werkstoffe wie Holz, Metall oder Kunststoff bringen jeweils spezifische Risiken mit sich. Bei der Holzbearbeitung entstehen feine Stäube und Splitter, die Haut und Atemwege belasten können. Metallbearbeitung ist häufig mit scharfen Kanten, Funkenflug und mechanischer Beanspruchung verbunden. Kunststoffe können bei der Bearbeitung gesundheitsgefährdende Dämpfe oder feine Partikel freisetzen. In der Praxis wird die Gefährdung durch Werkstoffe häufig unterschätzt – besonders bei gleichzeitig auftretenden Risiken.
Wahl des Materials abhängig vom Einsatzbereich
Neben mechanischen Risiken spielen auch chemische Einflüsse eine zentrale Rolle. Bei Reinigungsprozessen, Beschichtungen oder der Verarbeitung bestimmter Materialien können Flüssigkeiten oder Chemikalien austreten. Diese stellen klare Anforderungen an Schutzkleidung – insbesondere hinsichtlich Beständigkeit und Durchdringungszeit. Die Wahl des Materials sollte sich daher am konkreten Einsatzbereich orientieren.
Im Markt haben sich hauptsächlich drei Materialkonzepte für Schutzanzüge etabliert: SMS, mikroporöse Laminatlösungen und flash-gesponnenes Polyethylen.
SMS-Materialien
(Spunbond–Meltblown–Spunbond) bieten gute mechanische Eigenschaften und hohen Tragekomfort. Ihre Barrierewirkung ist bei sehr feinen Partikeln oder Flüssigkeitsaerosolen begrenzt. Sie eignen sich vor allem für trockene Stäube, etwa bei der Holz- oder Baustoffbearbeitung.
Mikroporöse Laminate
bestehen aus einem Trägervlies mit auflaminierter Membran. Sie bieten Schutz vor Feinstäuben und leichten Flüssigkeitsspritzern, etwa bei Reinigungsarbeiten oder im Umgang mit Chemikalien. Durch ihre ölabweisenden Eigenschaften werden sie zudem gezielt bei Anwendungen mit ölhaltigen Stoffen wie Schneid- oder Bohrölen eingesetzt. Allerdings reagieren sie empfindlicher auf punktuelle mechanische Belastungen.
Flash-gesponnenes Polyethylen
basiert auf einer dreidimensional vernetzten Faserstruktur ohne klassischen Schichtaufbau. Diese sorgt für eine gleichmäßige Barrierewirkung und verbindet geringes Gewicht mit hoher Reißfestigkeit. Dadurch eignet sich das Material für Anwendungen mit feinen Partikeln und leichten chemischen Einflüssen, etwa in industriellen oder chemienahen Bereichen.
Moderne Schutzanzüge kombinieren heute verschiedene Schutzfunktionen und ermöglichen so einen flexiblen Einsatz bei wechselnden Anforderungen. So lassen sich Schutz vor Partikeln und begrenzten chemischen Einflüssen in einem leichten System vereinen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Cover Flash-Schutzanzug CF5 von Asatex aus neuartigen Flashspun-Material, der für kombinierte Risiken entwickelt wurde und gleichzeitig eine hohe Bewegungsfreiheit bietet.
Der sichere Umgang mit Werkstoffen erfordert ein ganzheitliches Verständnis der Risiken. Nur wenn Material, Anwendung und Schutzausrüstung aufeinander abgestimmt sind, lässt sich ein wirksamer Schutz im Arbeitsalltag erreichen.