• Maschinenschutzeinrichtung

Gefährlich: Finger immer am Abzug

  • August 13, 2026

Klammer- und Nagelgeräte, sogenannte Eintreibgeräte, werden von den Nutzern oft mit gedrücktem Auslöser gehalten. Dann reicht es aus, wenn der Anwender den Auslösebügel des Geräts unbeabsichtigt, etwa beim Transport, gegen den Oberschenkel drückt oder diesen nur streift, wodurch der Eintreibvorgang ausgelöst wird. Hersteller BeA hat ein besonderes Sicherheitssystem entwickelt.

Bei Eintreibgeräten mit Gaskartusche und Akku wie dem D34/90-G641E sind bei Störungen erst Akku und Gaskartusche entfernen, dann erst das Magazin entleeren.

Gut 20 Prozent der gemeldeten Unfälle bei Zimmerern und Dachdeckern sind auf das unbeabsichtigte Auslösen zurückzuführen. Im Berichtsjahr 2024 hat die BG BAU 593 meldepflichtige Unfälle mit Eintreibgeräten registriert. 2019 waren es noch 1.216, der letzte tödliche Arbeitsunfall mit einem Eintreibgerät wurde 2014 dokumentiert. Neben einer höheren Sensibilisierung bei den Anwendern für die Gefahren haben die aktiv kommunizierte Förderung der BG bei Anschaffung von Eintreibgeräten mit Einzelauslösung und die seit 2019 gültige DIN EN ISO 11148-13 die Unfallzahlen stark reduziert.

Mit der Norm DIN EN ISO 11148-13, die die Sicherheitsnorm EN 792 – Teil 13 2019 ersetzt hat, wurde die Sicherheit der Eintreibwerkzeuge durch die Gestaltung des Sicherheitsbügels konstruktiv verbessert. Vor dem Aktivieren der Auslösesicherung darf kein Auslösevorgang ausgeführt werden. Demnach hat der Sicherheitsbügel mindestens 5 mm einzufedern, bevor ein Schuss ausgelöst wird. Mit Gültigkeit wurden bei Herstellern viele Geräte entsprechend der Norm geändert oder aus dem Programm genommen.

Patentierte Auslösesperre
Selbst die nach der seit 2019 geltenden Norm konstruierten und verkauften Geräte durften nach den Anforderungen der BG Bau nicht verwendet werden, „wenn das Wechseln von einer Eintreibstelle zur anderen über Gerüste, Treppen, Leitern oder ähnliche Konstruktionen wie z. B. Dachlattungen erfolgt.“ An diesen Geräten muss eine Verbotskennzeichnung angebracht werden.

Einen Schritt weiter ist ein Unternehmen gegangen, dass die in der DIN EN ISO 11148-13 genannte Empfehlung technisch umgesetzt hat. Die neuen BeA Coilnagler DC 502 für Nägel bis 50 mm und DC 652 für Nägel bis
65 mm sind laut Hersteller weltweit die ersten Geräte, die wahlweise mit der patentierten Auslösesperre BeA Safety System (BSS) angeboten werden. Bleiben diese Coilnagler trotz gedrücktem Abzug ohne Kontakt, wird nach zwei bis drei Sekunden die Auslösesperre aktiviert. Für die neuen BeA Coilnagler gelten die Beschränkungen der BG Bau nicht. Damit ist ein sicheres, schnelles und wirtschaftliches Befestigen möglich.

Mit Klammergeräten wie dem KMR 3474 werden Dämmstoffplatten befestigt. // Fotos (3): BeA Group

Wirtschaftliches und effizientes Arbeiten
Beim Holzrahmenbau und beim Dachbau steht das wirtschaftliche und effiziente Arbeiten, auch bei der Befestigung, immer mehr im Fokus. Was in der industriellen Fertigung im Holzrahmenbau meist schon gängig ist, setzt sich in Handwerksbetrieben immer mehr durch. Fachgerecht ausgeführt, entsprechen die Befestigungen mit Naglern den Anforderungen der anerkannten Fachregel des Zimmererhandwerks „Außenwandbekleidung aus Holz“, den „Hinweisen Holz und Holzwerkstoffe“ des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und dem Eurocode 5.

Die Befestigung mit einem Nagel- oder Klammergerät wird im Bruchteil einer Sekunde gesetzt und ist somit weitaus schneller als der Einschraubvorgang mit einem Schrauber. Nicht nur der eigentliche Befestigungsvorgang ist deutlich schneller, sondern auch die Zuführung, da die Nägel und Klammern in diesen Systemen magaziniert und nicht zusätzlich mitgeführt werden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Befestigung von Dachlatten. Je nach Windzonenklasse und Gebäudehöhe ist meist nur ein Befestigungsmittel je Auflager erforderlich. Ein Ringnut-Nagel hat dabei genügend Haltekraft, um diese Aufgabe regelkonform und sicher zu erfüllen. Bei der vorhandenen Anzahl von Befestigungspunkten bei einer Dacheinlattung bietet die Befestigung mit magazinierten Nägeln einen sehr deutlichen Zeit- und Komfortvorteil.

Mit Coilnaglern wie dem BeA 1465-830 werden Platten im Holzrahmenbau befestigt.

Schrauben finden kaum noch Erwähnung
Die „Hinweise Holz und Holzwerkstoffe“ des ZVDH geben dazu detaillierte Informationen über die zu verwendenden Nägel. Schrauben finden dabei sogar kaum noch Erwähnung. Ein Nagel hat einen deutlich geringeren Durchmesser, somit sind die benötigten Randabstände deutlich geringer.

Dieser Vorteil wird auch bei der Befestigung von Außenwandbekleidungen deutlich. Die Fachregeln des Zimmererhandwerks geben zwar auch Schrauben zur Auswahl an, zeigen aber auch sehr deutlich den Vorteil von Nägeln mit Blick auf einzuhaltende Randabstände auf. Vor allem bei verdeckten Befestigungen, beispielsweise von Stülpschalungen, bieten Nägel einen entscheidenden Vorteil. Durch den meist geringeren Durchmesser gegenüber Schrauben können diese näher zum Rand eingebracht werden, sodass die benötigte Überlappung zum Verdecken kleiner ausfällt.

Die Vorteile der Befestigung von Klammer- und Nagelgeräten sind evident, weshalb sich für den Nutzer nicht mehr die Frage stellt, ob es Alternativen gibt, sondern wie die Geräte sicher anzuwenden sind.

Sicherheitshinweise für die verschiedenen Geräte:

Empfehlungen zur Unfallvermeidung

  • Nur die vom Hersteller für das Gerät vorgeschriebenen Befestigungsmittel verwenden.
  • Auf einwandfreie Funktion der Auslösesicherung achten.
  • Geräte sicher ablegen und nie über das Griffstück aufhängen.
  • Beim Beladen des Magazins Gerät nicht auf sich selbst oder andere richten.
  • Beim Bedienen immer seitlich vom Gerät stehen.

Druckluftbetriebene Geräte

  • Den auf dem Gerät vermerkten maximalen Betriebsdruck nicht überschreiten.
  • Vor dem Anschließen des Gerätes an eine Druckleitung Magazin entleeren.
  • Nach beendeter Arbeit Gerät von Druckluftleitung trennen und Magazin entleeren.

Eintreibgeräte mit Gaskartusche und Akku

  • Nach beendeter Arbeit Akku und Gaskartusche aus dem Gerät entfernen.
  • Gerät ausschließlich im Gerätekoffer mit entferntem Akku und Gaskartusche verwahren.
  • Bei Störungen erst Akku und Gaskartusche entfernen, dann das Magazin entleeren.

Eintreibgeräte mit Gaskartuschen

  • Nur vom Hersteller bestimmte Gaskartuschen verwenden.
  • Gerät im Freien oder in gut durchlüfteten Räumen verwenden (1/2-facher Luftwechsel/Stunde).
  • Gerät nicht vor Heizlüftern oder auf Öfen lagern.
  • Hände nicht vor die Abgasstrahlöffnung halten.

Eintreibgeräte mit Akku

  • Beim Füllen des Magazins den Akku aus dem Gerät entfernen.
  • Akkus nicht über 50° C lagern.
  • Keine defekten Ladegeräte verwenden.

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